Klebung beliebiger Gehäuseteile: Unterschied zwischen den Versionen
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Hier geht es um eine simple Technik, Brüche in den Schalen oder anderen Gehäuseteilen mit einfachsten Mitteln zu beheben. | Hier geht es um eine simple Technik, Brüche in den Schalen oder anderen Gehäuseteilen mit einfachsten Mitteln zu beheben. | ||
Fast jedereiner ist schon einmal mit seinem TP "angeeckt" - oder hat wie auch immer einen Gehäuseschaden erlebt. | Fast jedereiner ist schon einmal mit seinem TP "angeeckt" - oder hat wie auch immer einen Gehäuseschaden erlebt. Die "üblichen" Methoden mit Sekundenkleber oder 2K-Geschmiere sind ein Behelf. | ||
Die "üblichen" Methoden mit Sekundenkleber oder 2K-Geschmiere sind ein Behelf. | |||
Entweder sie sind in ihrer Haltbarkeit nicht von langer Dauer oder wirken nicht spaltfüllend. Zudem sehen sie häufig einfach nur übelst aus. | Entweder sie sind in ihrer Haltbarkeit nicht von langer Dauer oder wirken nicht spaltfüllend. Zudem sehen sie häufig einfach nur übelst aus. Die Verwendung von Klebestreifen oder ähnlichems steht somit erst recht nicht zur Diskussion. | ||
Die Verwendung von Klebestreifen oder ähnlichems steht somit erst recht nicht zur Diskussion. | |||
Klaro, ein neuwertiges Ersatzteil ist die Königslösung. Aber gerade bei Sammlerstücken oder schwer beschaffbaren Komponenten ein echtes Problem. | Klaro, ein neuwertiges Ersatzteil ist die Königslösung. Aber gerade bei Sammlerstücken oder schwer beschaffbaren Komponenten ein echtes Problem. | ||
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Ihr benötigt: | Ihr benötigt: | ||
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Eine Injektionsspritze | * Eine Injektionsspritze | ||
Einen alten Borstenpinsel | * Einen alten Borstenpinsel | ||
Einen Satz Schlüsselfeilen | * Einen Satz Schlüsselfeilen | ||
Feines Schleifpapier | * Feines Schleifpapier | ||
Etwas Geduld | * Etwas Geduld | ||
Das meiste hat eh jeder daheim - die Bastler und Heimwerker sind logischerweise im Vorteil. Der Rechner oder besser das (ausgebaute) Gehäuseeil benötigen nach der Behandlung eine Trockenzeit. Plant also die Aktion zeitlich. | Das meiste hat eh jeder daheim - die Bastler und Heimwerker sind logischerweise im Vorteil. Der Rechner oder besser das (ausgebaute) Gehäuseeil benötigen nach der Behandlung eine Trockenzeit. Plant also die Aktion zeitlich. | ||
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Trocknungsdauer pro Millimeter Kleberdicke etwa ein Tag. | Trocknungsdauer pro Millimeter Kleberdicke etwa ein Tag. | ||
Die Endhärte ist spätestens nach weiteren zwei Tagen erreicht. | Die Endhärte ist spätestens nach weiteren zwei Tagen erreicht. | ||
Dann lässt sich dir Reparaturstelle mittels Schlüsselfeile oder Schmirgel beiarbeiten. Falls der Kleber beim Trocknen zu stark schwindet, eine weitere Schicht auftragen, bis die Höhe der künftigen Oberfläche erreicht ist. | Dann lässt sich dir Reparaturstelle mittels Schlüsselfeile oder Schmirgel beiarbeiten. Falls der Kleber beim Trocknen zu stark schwindet, eine weitere Schicht auftragen, bis die Höhe der künftigen Oberfläche erreicht ist. Aushärten lassen!! Nachfolgend bündig feilen oder schmirgeln, dann auf der formstimmigen und egalisierten Fläche die TP-typische Oberfläche restaurieren. Ein wenig des Klebers mit dem Borstenpinsel hauchdünn auftupfen, bis die gewünschte Struktur erreicht ist. Habt etwas Geduld, es sind meistens mehrere Arbeitsgänge mit Zwischentrocknung erforderlich. | ||
Ich stelle bei Gelegenheit noch ein paar Bilder von behobenen Gehäuseschäden ein, die man wirklich nicht mehr sieht: | Ich stelle bei Gelegenheit noch ein paar Bilder von behobenen Gehäuseschäden ein, die man wirklich nicht mehr sieht: | ||
Aktuelle Version vom 23. August 2026, 14:46 Uhr
Vorabversion - Formatierung und Bilder folgen.
Gehäusebruchschäden nachhaltig instandsetzen
Worum es geht
Hier geht es um eine simple Technik, Brüche in den Schalen oder anderen Gehäuseteilen mit einfachsten Mitteln zu beheben.
Fast jedereiner ist schon einmal mit seinem TP "angeeckt" - oder hat wie auch immer einen Gehäuseschaden erlebt. Die "üblichen" Methoden mit Sekundenkleber oder 2K-Geschmiere sind ein Behelf.
Entweder sie sind in ihrer Haltbarkeit nicht von langer Dauer oder wirken nicht spaltfüllend. Zudem sehen sie häufig einfach nur übelst aus. Die Verwendung von Klebestreifen oder ähnlichems steht somit erst recht nicht zur Diskussion.
Klaro, ein neuwertiges Ersatzteil ist die Königslösung. Aber gerade bei Sammlerstücken oder schwer beschaffbaren Komponenten ein echtes Problem.
Wie es geht
Hier die Lösung - Mein "Geheimrezept" - dutzendemale bewährt und einfach.
Ihr benötigt:
- Einen Basisklebstoff
- Pigment
- Einen Behälter zum Anrühren
- Eine kleine Spachtel
- Eine Injektionsspritze
- Einen alten Borstenpinsel
- Einen Satz Schlüsselfeilen
- Feines Schleifpapier
- Etwas Geduld
Das meiste hat eh jeder daheim - die Bastler und Heimwerker sind logischerweise im Vorteil. Der Rechner oder besser das (ausgebaute) Gehäuseeil benötigen nach der Behandlung eine Trockenzeit. Plant also die Aktion zeitlich.
Der Basisklebstoff ist - nicht lachen - handelsüblicher Ansetzkleber auf Wasserbasis aus der Kartusche. Somit kein Lösungsmittelgestinke in der Bude.
Schwarzes wasserlösliches Pigment bekommt Ihr im Baumarkt. Meist leider nur flüssig, in 50ml-Fläschchen zum Abtönen von wasserlöslichen Lacken. Viel besser ist wasserlösliches Pulverpigment aus dem Bastelmarkt.
Am besten aber sündhaft teuer ist die zähe aber ebenfalls wasserlösliche Pampe, die als "Kunststoffärber" vermarktet wird.
Das Rezept
Ihr gebt eine etwa walnußgroße Menge des wasserlöslichen Ansetzklebers in den Mischbehälter. Rührt soviel Pigment unter, bis der weiße Klebstoff tiefschwarz geworden ist. Je nach Pigment schimmert er im nassen Zustand ein wenig bläulich. Das gibt sich mit dem späteren Aushärten. Falls Ihr Flüssigpigment verwendten, solltet Ihr entweder die Mischung eine Weile stehen lassen, bis hinreichend Wasser verdunstet ist und die Pampe wieder zähflüssig geworden ist oder das Flüssigpigment in kleiner Dosis soweit auftrocknen lassen, daß es die Mischung nicht zu stark verwässert.
Dann anrühren. Zwischendrin immer mal wieder bewegen, damit keine harten Ränder entstehen. Das Ergebnis sollte eine Konsistenz wie angerührter Gips haben.
Vorbereitung
Die zähe Klebermasse jetzt in die offene Injektionsspritze befördern. Diese sollte handlich, aber nicht zu klein sein. 10-20 ml sollten reichen.
Schneidet Euch aus Plastikresten Spachteln, die deutlich schmäler sind als der Innendurchmesser der Spritze. Dadurch könnt Ihr die Mischung möglichst tief in die Spritze füllen und vermeidet das Versauen des oberen Randes.
Spritze gefühlvoll schließen, mit der Spitze nach oben und - wichtig - entlüften. Gefühlvoll, damit die Plörre nicht oben rausspritzt. Dagegenklopfen hilft.
Verfahren
Vorsicht, die Pampe klebt wie Pest, ist seidenmatt schwarz wie das TP-Gehäuse und spaltfüllend. Größere Schadstellen können durch "Mauern" mit zwischenzeitlichem Antrocknen gefüllt werden.
Finger und Klamotten können zwar notfalls mit reichlich Wasser gereinigt werden, zumindest solange der Kleber noch nicht angezogen hat, aber ihr solltet dennoch sehr sauber und präzise arbeiten.
Ich habe auf diese Weise schon sehr oft von außen komplette Gehäuse-Ecken ohne jegliche Demontagearbeit rekonstruiert. Achtet bitte nur darauf, daß Ihr die "Innereien" der Rechners nicht mit verklebt.
Auch größere Schäden lassen sich beheben. Ebenfalls Risse. Ein gebrochener Brezel kann zusätzlich nach der Demontage von innen verstärkt werden. Ich verwende als Verstärkung handelsübliche Fliegengaze als "Moniereisen". Einfach in den auf der Innenseite (!) des Gehäuseteiles mit der Schadstelle flächig aufgebrachten Klebstoff eindrücken und mit dem Pinsel antupfen.
Trocknungsdauer pro Millimeter Kleberdicke etwa ein Tag. Die Endhärte ist spätestens nach weiteren zwei Tagen erreicht. Dann lässt sich dir Reparaturstelle mittels Schlüsselfeile oder Schmirgel beiarbeiten. Falls der Kleber beim Trocknen zu stark schwindet, eine weitere Schicht auftragen, bis die Höhe der künftigen Oberfläche erreicht ist. Aushärten lassen!! Nachfolgend bündig feilen oder schmirgeln, dann auf der formstimmigen und egalisierten Fläche die TP-typische Oberfläche restaurieren. Ein wenig des Klebers mit dem Borstenpinsel hauchdünn auftupfen, bis die gewünschte Struktur erreicht ist. Habt etwas Geduld, es sind meistens mehrere Arbeitsgänge mit Zwischentrocknung erforderlich.
Ich stelle bei Gelegenheit noch ein paar Bilder von behobenen Gehäuseschäden ein, die man wirklich nicht mehr sieht: - Komplettes Lüfterumfeld, Gitterbereich aus einem Schlachtrechner entnommen und eingepasst - Vordere Ecken der Gehäuseschale - Abgebrochene Gewindebuchse im hinteren Bereich des Keyboardrahmens
Weiterverwendung des Klebers
Der restliche Kleber in der Spritze ist, falls erwünscht, erstaunlich lange haltbar - und zwar wie folgt: Füllt ein hohes Marmeladen- oder Apfelmusglas mit demineralisiertem Wasser. Die Spritze muß mit ihrem Unterteil so weit untergetaucht werden können, bis der Wasserstand oben den Übergang zum Spritzenstiel vollständig verschließt. Es fließt von oben Wasser im Bereich des kreuzförmigen Stieles in die Spritze. Macht nichts, soll so sein.
Jetzt folgt noch die Geheimwaffe gegen den Gammel bei langer Lagerung. Gebt ein wenig flüssigen Oxi-Reiniger dazu, nicht das Granulat!
