(X6x) SXGA+-Display nachrüsten: Unterschied zwischen den Versionen

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* Zudem wird ein Adpaterkabel (siehe unten) für die Displayansteuerung nötig, da das neue Panel eine andere Pinbelegung des Anschlusses aufweist.  
 
* Zudem wird ein Adpaterkabel (siehe unten) für die Displayansteuerung nötig, da das neue Panel eine andere Pinbelegung des Anschlusses aufweist.  
  
; Wichtiger Hinweis
 
: Dies ist nur die Pinbelegung für X6x-Displays. Bei anderen X-Serien kann die Belegung anders sein.
 
  
 
=== Software ===
 
=== Software ===

Version vom 13. Mai 2013, 08:19 Uhr

Worum es geht

In den Augen zahlreicher Anwender ist die XGA-Auflösung ein gravierender Nachteil der ThinkPad X-Serie (bis zum Wechsel auf Breitbild). Eine höhere Auflösung war bisher nur in wenigen Tablets der X6x-Serie zu finden. In mutiger Kleinarbeit hat ein Süd-Koreaner diverse X-Modelle auf SXGA+ aufgerüstet (X31, X40, X41, X60(s), X61(s)).

Dieser Artikel beschreibt, wie sich diese Modifikation selber durchführen lässt. Sie wurde erfolgreich an einem X60s ausprobiert. Für andere X-Modelle können sich kleine Abweichungen ergeben. Es ist wohl nicht möglich, das Panel in ein X6xs mit Ultralight-Display zu verbauen (auch TMD genannt).

Wichtiger Hinweis
Der Eingriff in das Display zieht den Verlust aller Garantieansprüche mit sich. Desweiteren ist es möglich, sein Thinkpad komplett oder teilweise durch diese Modifikation zu zerstören, wenn ein Fehler auftritt.

Vorbedingungen

Für die Modifikation (im Folgenden auch "der Mod" genannt) benötigt man Werkzeug, ein wenig Hardware (z.B. das Panel) und etwas Software.

Werkzeug

  • Dremel
  • Schraubendreher
  • Seitenschneider
  • Gewebeband
  • doppelseitiges Klebeband
Dremel und Klebeband fehlen am Bild

Hardware

  • Benötigt wird ein 12"-SXGA+Panel, das in das X6x-Gehäuse passt. Dabei handelt es sich in aller Regel um die Displays aus den Modellen X60T und X61T. Zwei Modelle kommen dafür in Frage: Das Boe Hydis HV121P01-100 FlexView IPS Panels mit sehr guter Farbwiedergabe, bei dem die Scheibe nur am Rand verklebt ist, wurde zumeist im X60T verbaut und das Boe Hydis HV121P01-101, bei dem die (Plexi-)Glasplatte fast immer vollflächig verklebt ist. In letzterem Falle lässt sich die Platte aber mit sehr viel Aufwand und Geduld ablösen). Es gibt offenbar einige wenige HV121P01-101 Panels, welche vom Lenovo im Rahmen eines Garantietausches verbaut wurden. Möglicherweise handelt es sich hierbei um Displays mit ehemaliger Vollverklebung und Blasenbildung.
  • Zudem wird ein Adpaterkabel (siehe unten) für die Displayansteuerung nötig, da das neue Panel eine andere Pinbelegung des Anschlusses aufweist.


Software

Man benötigt ein modifiziertes BIOS, das die SXGA+ Ansteuerung anbietet. Dieses BIOS wird nicht öffentlich angeboten, kursiert aber in diversen Foren. Linux-User sollten auch ohne BIOS in den Genuss der hohen Auflösung kommen (theoretisches Wissen, noch nicht ausprobiert).

Weiteres

Das Hardware Maintenance Manual (HMM) für das entsprechende Thinkpad sollte verfügbar sein.

Hardware Maintenance Manual Index

Durchführung

BIOS-Modifikation

Als erstes sollte das modifizierte BIOS aufgespielt werden. Das X6x-BIOS unterstützt sowohl XGA, als auch SXGA+. Die einfachste Möglichkeit an das passende Flash-Programm zu kommen ist durch den Download eines von IBM/Lenovo bereitgestellten Bios Files. Diese Datei herunterladen, entpacken und das Programm manuell ausführen. Beim Flash-Vorgang erscheint eine Warnmeldung, welche ohne Probleme ignoriert werden kann. Nach einem (hoffentlich erfolgreichem) Neustart ist das TP bereit für den Mod.

Flashen unter Windows XP
Warnmeldung bestätigen
Biosscreen nach erfolgreichem Flash
Wichtiger Hinweis
  • Das modifizierte BIOS für X3x bietet kein XGA-Support an. Es sollte daher direkt vor dem Mod aufgespielt werden.

Panelausbau

Zunächst ist das alte Panel gemäß HMM auszubauen.

Panelmodifikation

Das SXGA+-Panel ist ein wenig dicker als das original verbaute Display. Aus Tablet-Modellen ausgebaute Displays verfügen zudem über eine silberne Folie samt Elektonik ( Digitizer Unit), die auf der Displayrückseite klebt. Diese sollte schon vor Beginn der "gröberen" Arbeiten entfernt werden, um sie vor mechanischen Belastungen zu schützen. Dazu wird die Display-Elektronik (grüne Leiterplatte am oberen Displayrand) vorsichtig nach oben geklappt und die auf der Displayrückseite festgeklebte Digitizer-Unit vorsichtig entfernt.

Die Displays der Tablet-Modelle (SXGA+ wie XGA) besitzen seitliche Befestigungsösen, mit denen das Display im Tablet-Deckel verschraubt wird. Diese müssen entfernt werden, damit das neue Panel zwischen die Hinges (Scharnierarme im Deckel) der Nicht-Tablet-Modelle passt.

Einige der Ösen sind nur aus Plastik und können mit einem Dremel (Schleif-Kopf oder Trennscheibe) oder einem scharfen Messer leicht entfernt werden. Andere wiederum sind mit Stahl eingefasst. Es empfiehlt sich, zuerst die Plastik-Ösen zu entfernen, um besser an die Metall-Ösen zu kommen. Auch die Leiterplatte hat zwei überstehende Ösen, die vorsichtig bündig zur Leiterplattenkante abgeknipst werden können. Danach können die Metall-Ösen mit dem Seitenschneider oder der Trennscheibe entfernt und abschließend die überstehenden Teile mit dem Dremel abgeschliffen werden. Vorsicht: Der Stahl ist sehr hart - Man braucht einen guten Seitenschneider und Schleif-Kopf.

Panelvergleich XGA vs. SXGA+
Befestigungsösen am SXGA+
Plastikösen entfernt
Metall- und Plastikösen entfernt
Wichtige Hinweise
  • Das Panel ist ein sehr empfindliches Bauteil. Es sollte nicht unter Spannung gesetzt werden.
  • Auch sollte man nicht stark drauf drücken.
  • Es empfiehlt sich, Metallspäne sofort abzusaugen.
  • Vorsichtig bei der Arbeit mit dem Dremel, da der Abrieb leicht zwischen die Displayfolien kommen und zu "Staubeinschlüssen" führen kann, die man später bei hellem Hintergrund sehen kann.

Lötarbeiten

Ein entsprechender Adapter sollte folgende Pinbelegung haben:

X6x SXGA+ Pinout
Anschluss Panel (gecrimpt) Anschluss Kabel (gelötet)
1 2/3
2 X 1)
3 1
4 X
5 8
6 9
7 X
8 11
9 12
10 X
11 14
12 15
13 X
14 17
15 18
16 X
17 4
18 X
19 6
20 7

1) wird nicht angeschlossen


Bilder
1. Ein sogenannter "dritter Arm" fixiert die Teile beim Löten.
2. Gecrimpter Anschluss von der Rückseite.
3. Gelöteter Anschluss von der Rückseite.
4. Gelöteter Anschluss von der Vorderseite.
5. Vorbereitung: Umbiegen der 7 nicht benötigten Kabel.
6. Pins des gecrimpten Anschlusses.
7. Pins des zu lötenden Anschlusses.


Tipps
  • zunächst PIN 1 auf beiden Seiten ausfindig machen. Man lege das Kabel so vor sich, dass der gelötete Anschluss mit den Lötstellen nach oben auf der rechten Seite liegt. Auf der linken Seite liegen die gecrimpten Verbindungen oben. Auf der linken Seite ist PIN 1 nun oben. Auf der rechten Seite betrachte man die Anschlussstelle: sieht man die äußeren Haltenasen und ansonsten eine glatte Fläche im Metall, so ist PIN 1 UNTEN! Sieht man jedoch zwei Öffnungen mittig im Metall, welches außerdem im Anschlussbereich einen Einschnitt hat, ist PIN 1 OBEN! (Bilder zur Veranschaulichung folgen).
  • Alle Lötstellen mit einer möglichst feinen Lötspitze lösen.
  • Lötzinn auf die zu lötenden Stellen auftragen, die Reste des alten Lötzinns müssen nicht entfernt werden.
  • PIN 2+3 können mit einem großen Tropfen Lötzinn verbunden werden.
  • Nach der Tabelle die entsprechenden Kabel von der linken Seite auf der rechten Seite anlöten.
  • Alle übrigen Kabel sind unnötig! Ich habe 5 Kabel auf diese Weise zusammen gelötet und getestet und kein einziges gab Bildfehler oder sonstige Probleme.
  • Ergänzender Hinweis von Thinkpad-Forum-Mitglied angares: Es ist einfacher, im ersten Schritt alle Kabel abzulöten, dann frisches Lötzinn aufzutragen und die nicht benötigten Kabel wegzubiegen. Danach erst lötet man die notwendigen Kabel an.

Paneleinbau

Der Kabelanschluss des Originaldisplays liegt etwas näher am Rand als beim neuen, was Spielraum für das Adapterkabel schafft. Beim Einbau ist darauf zu achten, dass die Höhe und die seitliche Ausrichtung des Kabels analog zum alten Panel liegen. Sonst passt danach das ThinkLight nicht mehr oder der Bluetooth-Adapter. Um einen Druck auf die Adapterplatine zu verhindern, bietet es sich an, das Kabel abzuknicken. Der ursprüngliche Knick im Zweig für das ThinkLight muss man dafür entfernen.


Nun müssen noch die beiden Antennen am Deckel modifiziert werden. Da das neue Panel ein wenig dicker ist, passt die Führung nicht mehr richtig. Hier kann einfach eine Ecke mit dem Seitenschneider abgezwackt werden (weiches Metall).

Nun müssen die Hinges am neuen Panel befestigt werden. Dies geschieht am einfachsten mit doppelseitigem Klebeband (es muss dünn sein). Die Hinges sollten bündig mit der Vorderkante des Panels abschließen, sonst lassen sie sich später nicht mehr richtig festschrauben. Es empfiehlt sich, an der Rückseite des Panels am Rand ein kleines Polster anzukleben, damit das Panel nicht in den Deckel rutschen kann. Dafür kann man z.B. dickes doppelseitiges Klebeband verwenden.

Nun kann man das Display problemlos zusammensetzen. Es ist alles noch ein wenig enger als davor, aber es passt. Nach dem Booten wird das neue Panel erkannt und man kann sich über einen großen Desktop freuen.

X60s nach erfolgreichem Einbau

Vergleichsbilder

X200, X60s, X60s (IPS), T60 (IPS)

Im folgenden finden sich mehrer Vergleichsbilder mit folgenden Thinkpads:

  • X200 WXGA 12" 16:10 (1280*800) TN non-LED
  • X60s XGA 12" 4:3 (1024*768) TN non-TMD
  • X60s SXGA+ 12" 4:3 (1400*1050) IPS Flexview (nachfolgend X60s+ in den Bildunterschriften genannt)
  • T60 SXGA+ 15" 4:3 (1400*1050) IPS Flexview

Alle Thinkpads hängen am Netz und sind auf voller Displayhelligkeit.

  • X200 vs. X60s vs T60 Flexview
Bei diesen Bildern sieht man sehr deutlich die Blickwinkelunabhängigkeit eines PVA oder IPS Panels und dessen sattere Farben (v.a. ein richtiges Schwarz und kein leuchtendes Dunkelgrau)
  • X60s vs. X60s+

Links findet sich das normale X60s, rechts das gemoddete mit IPS Panel.