Fedora Schnelleinstieg

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Einleitung

Diese Anleitung soll als Schnelleinstieg zur Installation von Fedora auf ThinkPads dienen. Sie ist daher bewußt sehr knapp gehalten und verweist an zahlreichen Stellen zur Vertiefung auf das englische ThinkWiki und andere externe Quellen.

Installation

Fedora-Versionen

Fedora bildet die Basis für Red Hat Enterprise Linux (RHEL).

Mit Fedora 21 gibt es ein neues Namensschema, denn es wird unterschieden nach der "Workstation", "Server", und "Cloud" Version. Für Endanwender ist im Regelfall die Workstation Variante die richtige. Die verschiedenen "Spins" gibt es weiterhin.

Normalerweise erscheint zweimal im Jahr eine neue Fedora-Version (Release). Die Releases werden fortlaufend nummeriert, im Mai 2011 erschien Version 14, im November 2011 Version 15 und so weiter. Eine Fedora-Version wird von den Entwicklern immer nur bis zum Erscheinen der übernächsten Version mit Updates versorgt. Danach sollte man auf die neueste Version von Fedora aktualisieren. Letzteres ist meistens ohne Neuinstallation möglich, eine Neuinstallation erspart einem aber manchmal Kompatibilitätsprobleme beim Umstieg. Wer häufige Updates scheut, sollte zu einem anderen Betriebssystem mit längeren Support-Zyklen greifen: etwa RHEL Derivate wie CentOS und Scientific Linux oder z.b. Debian und Ubuntu LTS-Versionen.

Bei der Erstinstallation von Fedora ist es manchmal klug, nicht die neueste erhältliche Version zu wählen, wenn diese erst vor weniger als einem Monat erschienen ist. Denn im ersten Monat nach dem Release weisen neue Fedora-Versionen manchmal den ein oder anderen ärgerlichen Fehler auf. Wer im Gegenteil etwas experimentierfreudiger ist, kann natürlich sogar umgekehrt auch die neueste Beta- oder gar Alpha-Version installieren. Diese Versionen sind nicht stabil! Aber sobald die endgültige Release-Version erhältlich ist, verwandeln sich diese Vorabversionen automatisch und ohne Neuinstallation in Releases.

Desktops und Spins

Normalerweise wird Fedora mit dem Desktopmanager Gnome ausgeliefert. Andere Desktopmanager können beispielsweise über die Wahl eines anderen "Spins" von Fedora ausgewählt werden: http://spins.fedoraproject.org/de/, neben Gnome sind erhältlich: KDE, XFCE und LXDE. Die anderen Spins sind für spezielle Anwendungsumgebungen interessant.

Der Unterbau - d.h. Kernel, Treiber und Dienste - ist bei allen Spins völlig identisch. Die Spins mit XFCE und insbesondere LXDE sind besonders geeignet für leistungsschwache, ältere ThinkPad-Hardware mit weniger als 512 MB RAM.

Hinweis: aufgrund des identischen Unterbaus ist für den Wechsel des Desktops keine Neuinstallation erforderlich. Man kann jederzeit weitere Umgebungen nachinstallieren bzw. wieder entfernen.

Architektur

Fedora ist in einer 32-Bit- ("i686") und einer 64-bit-Variante ("x86_64") erhältlich. Ohne Bedenken kann die 64-Bit-Variante gewählt werden, wenn man weiß, dass der eigene Prozessor damit kompatibel ist (alle neueren ThinkPads, z.B. i3, i5, i7 oder Core 2 Duo). Im Zweifel funktioniert immer die 32-Bit-Version.

Installationsmedien

Für die Installation lädt man sich die Live-CD (ca. 650 MB) oder Install-DVD (ca. 3,5 GB) des gewünschten Spins herunter (z.B. http://fedoraproject.org/de_CH/get-fedora-options#formats).

Auf ThinkPads ohne optisches Laufwerk installiert man am einfachsten per USB-Stick. Dessen Erstellung aus einem heruntergeladenen ISO-Image wird speziell für Fedora hier auf Englisch beschrieben. Da diese Vorgehensweise für die meisten Linux-Distributionen gleich ist, funktioniert auch jede andere Anleitung, die man dazu über Google findet.

Basisinstallation

Seit Fedora 16 wird bei der Installation auf eine jungfräuliche Festplatte standardmäßig eine so genannte GUID Partition Table (GPT) angelegt. Manche Systeme kommen mit diesem ungewöhnlichen (da ziemlich fortschrittlichen) Format nicht zurecht. Bei der Installation parallel zu existierenden Betriebssystemen sollte es dagegen keine Probleme geben.

Sollte Fedora also nach der Installation nicht starten, weil das System angibt, es finde kein gültiges Betriebssystem auf der Festplatte, so muss man die Installation leider nochmal starten und dabei folgendes beachten: Im Bootmenü des Installationsmediums sollte dann der erste Eintrag bearbeitet werden (Taste "e"), indem man an die Zeile, die mit "Linux" beginnt, das Wort "nogpt" (mit einem einfachen Leerzeichen vom Rest getrennt) anhängt.

Gemeinsamer Datenzugriff Fedora - Windows

Die hier besprochenen Fedora-Versionen können von Haus aus problemlos lesend und schreibend auf NTFS-Partitionen zugreifen. Das Anlegen einer separaten Partition (FAT) für den Datenaustausch ist daher nicht unbedingt nötig.

Wichtig: es ist nicht möglich, die Benutzerdaten (/home) auf einer NTFS-Partition zu halten.

Administrators Group

Nach Abschluss des eigentlichen Installationsprozess startet das System neu. Nach diesem "Firstboot" öffnet sich zunächst erneut das Installationstool und bietet die Möglichkeit, einen oder mehrere Benutzer anzulegen. Falls es sich um einen Einzelplatzrechner handelt (ein System, dass nur von einer Person benutzt wird), ist es sehr nützlich, den eigenen Benutzer in die "Administratorgruppe" aufzunehmen. Nur dann funktioniert auch der Befehl "sudo", der in diesem wie in vielen anderen Linux-Tutorials benutzt wird. Ein Benutzer, der nicht zu dieser Gruppe (intern "wheel" genannt) gehört, kann trotzdem Befehle mit root-Rechten ausführen, indem er statt sudo BEFEHL den Befehl su -c 'BEFEHL' verwendet und anschließend das root-Passwort eingibt.

Nach der Installation

Update des Systems

Vor allen weiteren Konfigurationsschritten sollte man im Terminal mit

# sudo dnf update

alle verfügbaren Updates installieren und das System neu starten.

Flash-Plugin

Das Flash-Plugin kann man über das Repository von Adobe installieren. Dafür surft man auf die Adobe Flashplayer Webseite und wählt "YUM für Linux (YUM)". Wenn man dann auf "Jetzt herunterladen" klickt, erhält man ein RPM-Paket, dass man auf dem Computer speichert und mit einem Doppelklick installiert. Die eigentliche Installation des Flash-Plugins geht dann über die Software-Verwaltung oder mit dem Befehl

# sudo dnf -y install flash-plugin

RPM-Fusion

Aus ideologischen und lizenzrechtlichen Gründen bietet Fedora offiziell keine Unterstützung für eine Reihe von Paketen, die unter anderen Betriebssystem ohne weiteres mitgeliefert werden. Dazu gehört Unterstützung für MP3s und die Wiedergabe kopiergeschützter DVDs. Die für MP3-Unterstützung nötigen Pakete können aus dem Repository RPM Fusion installiert werden. Um das Repository zum eigenen System hinzuzufügen, folgt man am besten der Beschreibung auf der offiziellen Webseite.

Media-Codecs (MP3 etc.)

Die wichtigsten Media-Codecs befinden sich in den Paketen

gstreamer1-plugins-base
gstreamer1-plugins-good
gstreamer1-plugins-bad
gstreamer1-plugins-bad-free
gstreamer1-plugins-ugly

bzw. die älteren Versionen in

gstreamer-plugins-base
gstreamer-plugins-good
gstreamer-plugins-bad
gstreamer-plugins-bad-free
gstreamer-plugins-ugly

Damit das beliebte Audio-Bearbeitungstool Audacity mit MP3s umgehen kann, benötigt man das Paket "audacity-freeworld". Es sollte nicht (!) gleichzeitig das Paket "audacity" installiert sein. Unterstützung für kopiergeschützte DVDs gibt es nur, wenn man das Paket "libdvdcss" aus dem Repository livna installiert.

Windows-Schriftarten

Auf Arial, Times New Roman usw. muss man natürlich auch unter Fedora nicht verzichten. Allerdings muss man die zugehörigen Schriftartendateien (z.B. Arial.ttf) aus einer existierenden Windows-Installation oder von einer Windows-Installations-CD beziehen, da sie kommerziellen Lizenzen unterliegen.

Man kopiert diese .ttf-Dateien in ein Verzeichnis in /usr/share/fonts, etwa so:

# sudo mkdir /usr/share/fonts/mstruetype
# sudo cp *.ttf /usr/share/fonts/mstruetype
# cd /usr/share/fonts/mstruetype
# sudo mkfontdir
# sudo mkfontscale
# sudo fc-cache -f

DPI

System DPI

Ob der X-Server die richtige DPI für das Display erkannt hat, läßt sich mit folgendem Befehl prüfen:

xdpyinfo | grep -B2 resolution

Bei einem T60 mit UXGA IPS-Panel sieht es so aus:

[test@localhost ~]$  xdpyinfo | grep -B2 resolution
screen #0:
  dimensions:    1600x1200 pixels (305x229 millimeters)
  resolution:    133x133 dots per inch
[test@localhost ~]$

Wenn die DPI oder die Panel-Ausmaße nicht richtig erkannt worden sind, muss folgende Datei mit diesem Inhalt erstellt werden(root erforderlich): /etc/X11/xorg.conf.d/90-monitor.conf (DisplaySize oder DPI muss entsprechend dem jeweiligen Gerät angepasst werden)

Section "Device"
      Identifier      "foobar"
       # Using the name of the output defined by the video driver plus the identifier of a
       #     monitor section, one associates a monitor section with an output by adding an
       #     option to the Device section in the following format:
       #     Option "Monitor-outputname" "monitor ID"
       Option          "monitor-VGA-0" "vga"
       Option          "monitor-LVDS" "panel"
       Option         "monitor-DVI-0" "dvi"
EndSection
Section "Monitor"
       Identifier      "panel"
       DisplaySize 305 229  # In millimeters, specs for HV150UX1-101 304.8(H) x 228.6(V)
EndSection
Section "Monitor"
       Identifier      "vga"
       DPI             96x96
EndSection
Section "Screen"
       Identifier      "Default Screen"
       Monitor       "panel"
EndSection

Font DPI

Firefox

Firefox weigert sich beharrlich eine andere DPI zu benutzen als 96. Abhilfe schaft es in about:config den Parameter layout.css.devPixelsPerPx neu zu setzen. Das Schema ist: system's DPI/96. Beispiel: 133dpi / 96dpi = 1.385416667 (Wichtig: Bei deutscher locale wird aus dem "." im Beispiel ein "," z.B. 1,385416667)

LibreOffice

LibreOffice kann die DPI nicht richtig erkennen. Als Test einfach Writer öffnen und als Format A4 auswählen. Anschließend die Anzeige/Zoom auf 100% stellen und mit einem A4-Blatt überprüfen.

Ändern läßt sich dies durch das Erstellen der Datei ~/.Xresources mit dem Inhalt: (DPI muss an das Gerät angepasst werden. WARNUNG: Das UserInterface sieht dann reichlich komisch aus!)

! Xft settings ---------------------------------------------------------------
Xft.dpi:        133
Xft.antialias:  true
Xft.rgba:	rgb
Xft.hinting:    true
Xft.hintstyle:  hintsmedium

Tipps und Tricks

Datei rc.local anlegen:

Die Datei rc.local dient dazu, Scripte bzw. Programme automatisch beim Start als root auszuführen. Sie wird unter Fedora nicht mehr per default installiert. Möchte man diese nutzen, legt man als root eine Datei /etc/rc.d/rc.local an, öffnet diese mit einem Editor und fügt Folgendes ein:

 #!/bin/bash
 #
 # an dieser Stelle die Scripte einfügen
 #
 exit 0

anschliessend ist noch ein

# sudo chmod +x /etc/rc.d/rc.local && systemctl enable rc-local.service

notwendig.

Alte Kernel entfernen (Anzahl=x):

# sudo package-cleanup --oldkernels --count=x

Alte Pakete im Cache behalten:

# sudo sed -i s/keepcache=0/keepcache=1/g /etc/yum.conf

Trim Support für SSD Laufwerke und LUKS Verschlüsselung (ab Fedora 17):

Achtung, bitte vor Aktivierung weitere Details und Sicherheitsbedenken lesen: http://asalor.blogspot.com/2011/08/trim-dm-crypt-problems.html

Man fügt in die Datei /etc/crypttab am Ende jeder Zeile ein allow-discards hinzu. Beispiel:

# sudo nano /etc/crypttab
luks-12345678-1234-1234-1234-12345678 UUID=12345678-1234-1234-1234-12345678 none allow-discards

anschliessend initramfs neu bauen mit:

# sudo dracut -f -v

Screencast Recording start/stop unter Gnome 3:

[STRG]+[Alt]+[Shift]+[R]

Leeres Dokument mit rechter Maustaste erstellen (ab Nautilus 3.6):

In Nautilus: Rechte Maustaste -> Neues Dokument -> Leeres Dokument

Diese Funktion wurde in Nautilus 3.6 deaktiviert und kann wie folgt aktiviert werden:

mkdir -p ~/Templates
touch ~/Templates/123.txt

SELinux

Im Vergleich zu Ubuntu oder Suse Linux, die Apparmor verwenden um das Linux Security Module Framework zu nutzen, verwendet Red Hat/Fedora, wie auch z.B. Debian, SELinux. Red Hat ist maßgeblich an der Entwicklung von SELinux beteiligt und stellt dafür auch zwei Entwickler bereit. Der Großteil der Entwicklung findet im Kernel statt. SELinux ist im Vergleich zu Apparmor wesentlich komplexer, aber dafür flexibler und mächtiger.

Vordefinierte Nutzergruppen

In der Standardinstallation von Fedora ist SELinux standardmäßig aktiv, wobei der User aber dem SELinux-Benutzer unconfined_u zugeordnet ist id -Z. Das heisst, es sind nur einige wenige Selinux Policies aktiv. Mehr Sicherheit gewinnt man, wenn man den eigenen User einen vordefinierten SElinux-Benutzer wie user_u oder staff_u zuordnet. Vordefinierte SElinux-Benutzer lassen sich mit:

# sudo semanage user -l

anzeigen. Die Zuordnung kann man mit:

# sudo semanage login --add --seuser staff_u --range s0 USER

ändern. Nachteil ist, dass dadurch auch die Anzahl der Selinux-Fehlermeldungen steigt. Der Benutzer muss öfters entscheiden, welche Meldungen wie kritisch sind. Deshalb setzt die Änderung schon etwas Erfahrung im Umgang mit Selinux voraus.

Unterschiedliche Modi

Es stehen in SELinux insgesamt 3 Modes zur Verfügung die über die Datei /etc/selinux/config konfiguriert werden können:

  • enforcing - SELinux ist aktiv, der Zugriff wird über die Policies gesteuert
  • disabled - SELinux ist deaktiviert, nicht empfohlen da damit auch das Relabeling abgeschalten wird
  • permissive - SElinux ist aktiv aber unerlaubter Zugriff wird nur geloggt und nicht blockiert

Mittels

# sudo setenforce Permissive #bzw. 
# sudo setenforce Enforcing

kann man auch temporär zwischen den Modes hin- und herschalten. Die Zugriffskontrolle durch SELinux greift erst nach den herkömmlichen Linux/Unix-Kontrollen. Wird dort ein Vorgang auf Grund von fehlenden Berechtigungen nicht gestattet, wird SELinux erst gar nicht konsultiert. Fedora verwendet per default eine Target Policy, dass heisst es wird nur das eingeschränkt, wo auch ein Policy-Modul definiert wurde. Die Policy beschreibt, welche Prozesse/Programme worauf zugreifen dürfen.

Die einzelnen Policy-Module kann man sich über

# sudo semodule --list 

anzeigen lassen. Um Selinux benutzerfreundlicher zu gestalten, wurden Booleans "einfache Schalter" eingeführt um verschiedene Features an bzw. abzuschalten. Eine Übersicht erhält man so:

# sudo getsebool -a

Möchte man zum Beispiel verhindern, dass Prozesse auf den Speicherbereich anderer Prozesses zugreifen dürfen, kann man dies mit deny_ptrace wie folgt ändern:

Temporär:

# sudo getsebool -a | grep ptrace
 deny_ptrace --> off
# sudo togglesebool deny_ptrace
 deny_ptrace: active

Dauerhaft:

# sudo setsebool -P deny_ptrace 1

Sandbox

SELinux bietet auch eine Sandbox Funktion. Damit kann man verschiedene Anwendungen in einer gesicherten Umgebung öffnen. Hierzu muss das Paket policycoreutils-python installiert sein. Beispiel für Firefox mit Webzugriff, aktuellem Profil und einer Auflösung von 1024x800:

sandbox -X -t sandbox_web_t -W metacity -i /home/$USER/.mozilla -w 1024x800 firefox

Beispiel für Evince:

sandbox -X evince ~/Dokument.pdf

ThinkPad

Trackpoint

Aktuelle Fedora-Release aktivieren die Scrollfunktion der mittleren Taste automatisch (Einstellungen in /usr/share/X11/xorg.conf.d/11-evdev-trackpoint.conf).

Touchpad deaktivieren

Man nimmt unter "gnome-session-properties" (im Terminal oder Alt+F2) einen neuen Eintrag mit dem Kommando

gsettings set org.gnome.settings-daemon.peripherals.touchpad touchpad-enabled false

auf. Künftig wird bei der Benutzeranmeldung das Touchpad ausgeschaltet.

Sondertasten

Fn-Tastenkombinationen

Die Fn-Tastenkombinationen sollten im Wesentlichen direkt nach der Installation funktionieren. Manche Fn-Tastenkombis haben Windows-spezifische Funktionen. Um diesen eine Funktion zuzuweisen, öffnet man am einfachsten die "Systemeinstellungen" (in der Gnome Shell im Benutzermenü oben rechts) und bearbeitet die Einstellungen unter Tastatur → Tastaturkürzel.

Mikrofon-Stumm-Taste ohne Funktion

Seit Fedora 16, also seit Linux Kernel 3.0, funktioniert die Sondertaste, mit der man das interne Mikrofon auf stumm stellt, nicht mehr. Das heißt, es gibt keine einfache Möglichkeit, eine Funktion auf der grafischen Oberfläche zuzuweisen. Es gibt allerdings einen Workaround für dieses Problem.

Webcam

Eine Übersicht der verschiedenen Thinkpad Modelle und der verbauten Webcam findet man hier: Thinkwiki Webcam
Bei Thinkpads mit UVC camera kann einfach das Modul "uvcvideo" geladen werden:

# sudo modprobe -v uvcvideo

dauerhaft mit:

# sudo echo uvcvideo > /etc/modules-load.d/uvcvideo.conf

UMTS / WWAN

Fedora unterstützt per Network Manager nahezu alle internen Karten ohne weitere Installation bzw. Konfiguration. Ausnahmen sind derzeit:

Unter Fedora 22 Gnome ist der Dienst ModemManager, der für alle UMTS-Verbindungen zuständig ist, standardmäßig deaktiviert. Um den Dienst dauerhaft zu aktivieren, benötigt man

# sudo systemctl start ModemManager
# sudo systemctl enable ModemManager

Sonst kann man keine UMTS-Verbindungen aufbauen und die UMTS-Karte wird im Network Manager gar nicht angezeigt.

Gobi 2000

Zuerst wird das Verzeichnis /lib/firmware/gobi erstellt. Anschliessend muss die richtige Firmware (Dateien: amss.mbn, apps.mbn, UQCN.mbn) in das Verzeichnis kopiert werden, siehe Qualcomm Gobi 2000 Firmware installieren. Danach ein

# sudo chmod 755 -R /lib/firmware/gobi

Jetzt kann der Gobi-Loader installiert werden:

# sudo yum install gcc rpmdevtools
wget http://www.codon.org.uk/~mjg59/tmp/gobi/gobi_loader-0.7-1.src.rpm
rpmbuild --rebuild gobi_loader-0.7-1.src.rpm
cd /home/$USER/rpmbuild/RPMS/*/
# sudo yum localinstall --nogpgcheck gobi_loader-0.7-1.*.rpm

Nach einem Reboot sollte der Treiber geladen sein

 lsusb | grep Qualcomm
 Bus 002 Device 003: ID 05c6:9204 Qualcomm, Inc.        # Treiber nicht geladen
 Bus 002 Device 003: ID 05c6:9205 Qualcomm, Inc.        # Treiber geladen

Jetzt kann man die UMTS-Verbindung im Networkmanager einrichten.

Probleme: einige User berichten von unregelmäßigen Abbrüchen. Es scheint sich hierbei um einen Upstream Bug zu handeln.

 dmesg | grep disconnect
 [ 2783.137788] usb 2-1.4: USB disconnect, device number 3
 [ 2783.138370] qcserial ttyUSB0: Qualcomm USB modem converter now disconnected from ttyUSB0

Lösung: unbekannt

Fingerprint

Leider ist die Treiberunterstützung unter Linux lückenhaft (alle Einzelheiten im thinkwiki), daher unterstützen die existierenden Softwareprojekte viele - aber keineswegs alle - verbauten Leser. Zur eindeutigen Identifikation der Leser ist die unten angegebene USB-ID zweckmäßig, die man mit dem Befehl

lsusb

ermitteln kann.

Nicht unterstützte Modelle

Für folgende Geräte gibt es keinen Linux-Treiber für den FPR:

ThinkPad R400/500, T400/500, W500/W700(ds), X200(s/t), X301:

  • 08ff:2810 - Authentec AES2810

Intel WLAN LED blinken ändern

Die Wlan LED blinkt standardmäßig bei Aktivität. Dieses Verhalten lässt sich aber anpassen.

Welche Karte man hat, verrät

lspci |grep Network

Die verschiedenen Blink-Modi lassen sich so nachschlagen:

modinfo iwlwifi |grep led_mode

Dies kann man durch erstellen der Datei /etc/modprobe.d/modules.conf mit folgendem Inhalt ändern (root erforderlich):

# no blinking LED for wlan
options iwlegacy led_mode=1

bzw. für Intel Wlan Karten neuer als 3945:

options iwlwifi led_mode=1

Aktiv werden die neuen Modi durch neuladen des Moduls bzw. Neustart des Rechners.

Strom sparen

TLP

Installation und Dokumentation siehe: Installation

Einstellungen siehe: Einstellungen

Die Kernel-Bootoptionen können ebenfalls aus der Dokumentation übernommen werden. Anstatt eines "sudo update-grub" aktiviert man diese als Root mit dem Befehl

 #  sudo grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg

Akku-Ladeschwellen setzen

Wie unter anderem im ThinkWiki beschrieben, lassen sich auch unter Fedora die Akku-Ladeschwellen mit dem Kernel-Modul tp-smapi setzen. Bei neueren Modellen ab X220, T420/520 sowie L430/L530 mit dem Kernel-Modul acpi-call und dem Script tpacpi-bat.

TLP bringt tpacpi-bat bereits mit und wählt automatisch die richtige Methode tp-smapi oder tpacpi-bat/acpi-call aus. Die Ladeschwellen können in der TLP-Konfigurationsdatei /etc/default/tlp eingestellt werden.

tp-smapi / acpi-call

Für tp-smapi und acpi-call sind akmod-rpm im TLP-Repository zu finden, siehe Installation.

Lüftersteuerung

Mithilfe des Programms thinkfan kann man auch unter Fedora seinen Lüfter in Abhängigkeit der Temperatur steuern lassen. Seit Fedora 19 ist es in den offiziellen Repos enthalten.

  • Installiert wird per
# sudo yum localinstall thinkfan*.rpm
  • Es muss nur die /etc/thinkfan.conf nach der Anleitung im Artikel Thinkfan angepasst werden.
  • Danach sollte man die Funktionsfähigkeit der Konfiguration testen:
# sudo thinkfan -n
  • Nun wird thinkfan gestartet:
# sudo systemctl start thinkfan
  • Damit es beim Systemstart automatisch geladen wird, muss man den Dienst noch aktivieren:
# sudo systemctl enable thinkfan

Undervolting

Um weiter Strom zu sparen, die Betriebstemperatur zu senken und damit die Lebensdauer der Komponenten zu erhöhen, ist Undervolting zweckmäßig. Von PHC werden folgende Intel CPUs unterstützt:

  • Centrino Mobile/Pentium M
  • Core/Core2
  • Core i*

Zur Vorbereitung werden folgende Pakete benötigt:

# sudo yum install @development-tools
# sudo yum install fedora-packager dkms

Danach wird von hier der PHC Patch geladen werden (aktuell: rev.9.1 vom 05.05.2013). Dieser wird nun entpackt und in das Verzeichnis gewechselt:

tar xf phc-intel-pack-rev9.1.tar.bz2
cd phc-intel-pack-rev9.1

Nun wird ein dkms Paket gebaut und danach installiert:

make dkms_mkrpm
#  sudo yum localinstall phc-intel-0.3.2-1dkms.noarch.rpm

Danach wird zukünftig anstelle des Moduls acpi-cpufreq das Modul phc-intel geladen.


Nach einem Neustart funktioniert PHC und lässt sich per TLP komfortabel konfigurieren, siehe hierzu TLP und TLP Einstellungen. Bei zukünftigen Kernel Updates wird das Modul automatisch neu gebaut und es ist keine weitere Aktion nötig, sofern die Kompatibilität gewahrt bleibt.