Linux Distributionen

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Möchte man Linux ausprobieren, so wird man schnell feststellen, dass es sehr viele unterschiedliche Linux-Varianten, die sogenannten Distributionen gibt. Distrowatch listet im Januar 2015 beispielsweise etwa 800 Linux-Distributionen. Diese riesige Auswahl führt zwangsläufig zur Frage, wie die "richtige" Distribution am sinnvollsten ausgewählt werden kann. Dies hängt dabei stark vom persönlichen Geschmack ab, weshalb es sehr ratsam ist, einige Distributionen auszuprobieren. Unter Linux Installation finden sich dabei genaue Installationsanleitungen, alternativ können viele Linux-Distributionen auch über einen Live-Datenträger ausprobiert werden.

Hier nun ein paar Grundlagen, Entscheidungshilfen, sowie ein Überblick über die gängigsten Distributionen:

Grundlagen

Linux ist ein modulares Betriebssystem. Eine Distribution ist eine maßgeschneiderte Zusammenstellung einiger dieser Module - vom Umfang überlicherweise gerade so, dass sie auf eine CD passt. Eine Distribution besteht aus Paket-Manager, Kernel, Treibern, Desktop- und Fenstermanager, 3D-Effekt-Manager (Compositor), Scripte zum Booten und Power Management, GUI-Helferlein zum Installieren und Konfigurieren sowie schließlich einer identitätsstiftenden Artwork die das ganze abrundet. Damit die CD voll wird, bringen die meisten Distributionen noch eine Reihe vorausgewählter Anwendungen mit, beispielsweise für Email oder Textverarbeitung. Um bei der ganzen Modularität etwas Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen und sich von anderen Distributionen abzugrenzen, propagiert in der Regel jede Distribution eine eigene Philosophie.

Paketverwaltung

Eine der grundlegenden Elemente einer Distribution ist der Paketmanager. Hier legt man sich bei der Wahl einer Distribution fest - alles weitere ist ja durch Pakete austauschbar. Pakete sind für eine bestimmte Plattform vorkompilierte Sofwaremodule. Damit kann man also Software installieren, ohne den Sourcecode selber kompilieren zu müssen (was natürlich im Zweifelsfall immer geht). Große Unterschiede gibt es bei den Paketmanagern nicht zu beachten, nur, dass die Pakete zueinander inkompatibel sind. Dabei gibt es zwei große Lager: die Debian-Fraktion und die RPM-basierten Distributionen (RPM = Red Hat Paket Manager ). Dabei hat die Ubuntu-Familie (zusammen mit Linux Mint) bereits über 50% Verbreitungsanteil. Gemeinsam mit den anderen Debian-basierten Distributionen liegt dieser über 70%. Dadurch kommt man immer etwas leichter an .deb Pakete ran (z.B. bei brandneuen Software-Versionen), aber auch RPM Pakete sind üblicherweise unproblematisch zu bekommen.

Desktop- und Fenster-Manager

Augenfälligstes Merkmal einer Distribution ist der Desktop-Manager. Die gebräuchlichsten sind Gnome (z.B. in Ubuntu) und KDE (Kubuntu) gefolgt von XFCE (Xubuntu). Desweiteren gibt es noch LXDE. LXDE basiert auf Openbox. Anders als unter Windows sind Desktop Manager unter Linux nicht monolitisch sondern eine - mehr oder weniger stark integrierte - Sammlung von Tools, wobei man einzelne Elemente auch auswechseln kann.

Basiskomponente ist zunächst ein Fenstermanager der die Fenster platziert und auf bestimmte Tastenkombinationen reagiert. Die verbreitetsten sind Metacity (Standard Fenstermanager in Gnome), KWin (KDE), Xfwm4 (XFCE) und Compiz. Dazu gehört ein Fenster Dekorator, der für die Darstellung der Rahmen einschließlich der Rahmen-Buttons zuständig ist. Bei Metacity und Xfwm4 ist ein solcher Dekorator integriert, bei Compiz kann man dieses Modul austauschen. Glass-Effekt-Rahmen und Glow-Effekt-Buttons liefert dabei der Dekorator Emerald. Die Fenster-Manager beinhalten jeweils einen Compositor, der grafische Elemente überlagern kann. Während Metacity, KWin und Xfwm4 nur einfache Transparenz- und Schatteneffekte erzeugen können, bietet Compiz Fusion einen 3D-Desktop. Dieser bietet durch die Integration des Arbeitsflächen-Würfels aus dem Projekt Beryl sowie durch zahlreiche Plugin-Erweiterungen beeindruckende Grafikspielereien.

Die Inhalte in den Fenstern werden durch GUI-Toolkits dargestellt. Hier gibt es QT der Firma Trolltech (2008 von Nokia übernommen), das als Dual Licensing (GPL und proprietär) verfügbar ist. Daneben gibt es GTK. Es wurde als Antwort auf QT entwickelt, da die Open Source Community Bedenken hatte, sich bei diesem so wichtigen Toolkit auf das duale Lizenzmodell einzulassen. GTK ist als LGPL lizensiert. Anwendungen, die für QT entwickelt wurden, sind nicht ohne weiteres unter GTK lauffähig und umgekehrt, allerdings gibt es etliche Portierungen. Natürlich kann man QT- und GTK-Anwendungen gleichzeitig nutzen, dann muss man aber mit einem etwas höheren Speicherverbrauch leben, da ja beide Toolkits geladen werden und erhält auch ein etwas uneinheitliches Erscheinungsbild.

Welchen Desktop-Manager wählen?

Gnome - GTK-basiert. Wirkt aufgeräumt und übersichtlich, ist aber trotzdem sehr komfortable und mächtig. Einige Nutzer fühlen sich allerdings von der Gnome-Saubermann-Philosophie bevormundet und wünschen sich mehr Einstellmöglichkeiten (tatsächlich gibt es aber umfassende Einstellmöglichkeiten, allerdings ist der Gnome-Conf Editor standardmäßig im Menü ausgeblendet und das Tool Ubuntu Tweaks muss man manuell nachinstallieren). Andere monieren die Trägheit des Systems oder den hohen Speicherverbrauch.

KDE - QT-basiert. Ähnelt in der Vorkonfiguration Windows, ist aber flexibel anpassbar. GTK-Anwendungen wie Firefox oder Thunderbird laufen nicht auf QT (man kann aber, wie gesagt, GTK trotzdem nutzen), daher enthält KDE einen eigenen Satz von Standardanwendungen inklusive Office (KOffice), Web Browser (Konqueror) und zahlreichen Tools. KDE ist also nicht nur eine Desktop Umgebung sondern ein umfangreiches Software-Paket - wodurch es auf manche Benutzer überfrachtet wirkt.

XFCE - GTK-basiert. Ist dank des schnellen Fenstermanagers (XFWM4) etwas flotter beim grafischen User-Interface, benötigt wegen der ressourcensparenden Auslegung weniger Hauptspeicher und bootet dadurch auch schneller. Besonders geeignet für schwächere Rechner ist Xubuntu aber auch auf neueren Rechnern eine lohnenswerte Alternative zu den Platzhirschen Gnome und KDE. Siehe dazu auch diesen Thread zu Xubuntu/XFCE auf ubuntuusers.de.

LXDE - GTK-basiert. Noch etwas leichtgewichtigere Alternative zu XFCE. Noch recht neu und unbekannt, aber mit viel Potenzial, siehe z.B. dieser Artikel von linux-user 08/2008.

Tuning - Wer maximale Geschwindigkeit sucht, Systemeinstellungen sowieso per Kommandozeile macht, ansonsten aber komfortabel und besonders funktionell arbeiten will, der kann auf den Desktop-Manager verzichten und z.B. nur den schlichten aber funktionelle Fenstermanager Fluxbox auf einer Distribution seiner Wahl einsetzen. Ebenfalls in Frage kommen hier IceWM oder Openbox. Wer dennoch alles per GUI konfigurierbar haben möchte, für den ist die recht neue und auf Geschwindigkeit bei geringem Ressourcenverbrauch optimierte Desktop-Umgebung LXDE interessant, standardmäßig benutzt sie den leichtgewichtigen Fenstermanager Openbox. Die Desktop Umgebung kann man z.B. auf einer Ubuntu Minimalinstallation aufsetzen.

Mini-Distributionen - Wer Linux auf einem älteren Rechnern installiert, kann mit obigem Tuning ein System aufsetzen, dass auch noch bei weniger als 128 MB RAM zügig läuft und die Festplatte nicht verstopft. Man muss dann aber manuell die erforderlichen Komponenten zusammenstellen. Hier liefern Mini-Distributionen mehr Installationskomfort. PUD ist beispielsweise eine auf geringen RAM-verbrauch und kurze Bootzeit optimierte Distribution auf Basis von Ubuntu mit LXDE als ressourcenschonendem aber dennoch gefälligen und komfortablen Desktop. DSL (Damn Small Linux) oder Puppy sind weitere Distributionen, die besonders für Rechner mit geringer CPU-Leistung und wenig RAM ausgelegt sind - allerdings dann auch etwas spartanisch daherkommen. Wegen ihrer schnellen Startzeiten und geringen Ressourcenanforderungen sind solche Mini-Linuxe nicht nur etwas für betagte Rechner - sie sind auch ideal für Netbooks, UMPCs und MIDs oder für das Booten von einem USB Stick (siehe z.B. xPUD oder Slax) und daher wieder sehr gefragt.

Detailunterschiede der Desktop-Manager

Da sowohl Gnome als auch XFCE auf der Grafikbibiotherk GTK+ aufsetzen, lassen sich Tools wechselweise austauschen (allerdings müssen dazu in ein Fällen Gnome-Libraries geladen werden, was den Ballast erhöht). KDE basiert dagegen auf Qt. Qt erzeugt bei genauem Hinsehen eine etwas Bonbon-artige Optik. Durch die Verwendung von Qt statt GTK+ sind viele KDE-Anwendungen zwar unter Gnome oder XFCE nutzbar, erfordern dazu allerdings zusätzliche Bibliotheken und sehen optisch im Detail anders aus. Einige User stören sich z.B. an der Darstellung von GTK-Anwendungen wie Firefox oder Thunderbird unter KDE (und umgekehrt). Ansonsten unterscheiden sich die 3 Ubuntu-Distributionen optisch aber kaum und kommen mit ähnlichen Icon-Sets und Effekten. Für viele Anwendungen gibt es aber inzwischen sowohl Qt- als auch GTK-Versionen, beispielsweise basiert der Mediaplayer Amarok für KDE auf Qt, Exaile hat einen etwa vergleichbaren Umfang auf Basis von GTK.

Im Vergleich zwischen Gnome und XFCE erscheint der Gnome-Destop in einigen Details etwas ausgereifter. So kann man neue Anwendungen direkt im Anwendungen-Menü mit einem einfachen Click hinzufügen, bei XFCE ist dazu der Weg durch die Menüs nötig (zu finden unter Anwendungen/System/Hinzufügen und Entfernen). Gerade für Neueinsteiger können solche kleinen Details eine Hürde darstellen. Außerdem hat Gnome ein Panel, das man per Drag&Drop bestücken kann. Drag&Drop geht beim XFCE-Panel zwar auch, aber nur durch Umweg über den Appfinder. Das Gnome-Panel enthält zudem default bereits Panel-Applets zum einstellen der Display-Helligkeit, der Lautstärke oder zur Desktop-Suche. Auch das Onscreen-Display bei Drücken der Soundtasten zeigt Gnome - anders als XFCE - defaultmäßig. Diese kleinen Helferlein muss man unter XFCE manuell nachkonfigurieren. XFCE hat andererseits mit der IconBox unmittelbar eine iconifizierte Taskbar á la MacOS Dock, die sich nahtlos in das XFCE-Panel integriert. Für das Gnome-Panel gibt es sowas nicht (Nachtrag: seit August 2008 gibt es im Netbook Remix das "Window Picker Applet"). Allerdings kann man sich Docks nachrüsten, was aber mit einigen Stolpersteinen verbunden ist, siehe nachfolgend.

Leider hat der Fenstermanager Xfwm4 (Standard-Fenstermanager der Destopumgebung XFCE) keine Mouse-Over-Effekte für die Buttons des Fensterrahmens, dadurch wirken diese etwas "leblos" in der Benutzung.

Weitere Informationen zu den Desktop-Managern auf Wikipedia.

Look-and-Feel

Linux im Vista-Kleid. Ein Linux-Desktop ist so vielseitig anpassbar, dass fast jede Gestaltung möglich ist
Gnome-Desktop mit Compiz Fusion, bringt u.a. Transparenz-Effekt für Fenster. Der Fenster-Dekorator Emerald sorgt für "Glass-Effekt"-Fensterrahmen mit "Glow-effekt"-Buttons. Cairo Dock liefert eine durchgestylte animierte Icon-Taskleiste mit "parabolic Zoom-Effekt".

Wer ein Mac-artiges Dock möchte, kann Engage, Cairo Dock, AWN oder Kiba Dock zu jeder Distribution ohne großen Aufwand nachrüsten. Diese Docks fungieren als Launcher, ersetzen die Task-Leiste und können durch Dock-Applets Anwendungs-Infos einblenden bzw. sonstige Panel-Icons ersetzen. Ebenso kommen sie inzwischen alle mit den von MacOS Leopard bekannten Stacks. Compiz Fusion mit dem augenfällige Würfel lässt sich ebenso zu jeder Distribution dazukonfigurieren. Compiz nutzt man am besten mit dem Decorator Emerald, dieser ist zuständig für das Anzeigen der Fensterrahmen mit Transparenzeffekten und Schatten.

Compiz Fusion (+Emerald) ist aber mehr als nur eye-candy, es steuert auch den Desktop-Hintergrund sowie die Shortcuts für Taskwechsel und Fenstermanagement. Dadurch werden viele Funktionen der Desktop-Umgebungen überflüssig. OpenSuse, Mandriva und Ubuntu haben zwar alle Compiz irgendwie integriert, allerdings gelingt dies bisher noch in keine Distribution durchgängig. Beispielsweise richten sich die Optionen zur Einstellung der Benutzerschnittstelle in Gnome an den Fenstermanager Metacity. Ersetzt man Metacity durch Compiz (und den Decorator Emerald) laufen diese Einstellungen natürlich ins Leere. Auch alle weiteren Optionen wie etwas die Hotkey Kombinationen sind dann woanders zu finden. Und um unterschiedliche Desktop-Hintergründe auf allen 4 Seiten des Würfels angezeigt zu bekommen, muss man Nautilus, der in Gnome gleichzeitig Dateimanager und auch "Desktop-Shell" ist, die Arbeit verbieten, damit diese von Compiz übernommen werden kann. Kein Problem, wenn man dies weiß - für Einsteiger aber gewöhnungsbedürftig.

Ob diese optischen Schmankerl die Produktivität steigern können oder nur die Kollegen beeindrucken sollen muss jeder selber entscheiden. Beispielsweise für Tablet-User sind solche Docks interessant, da sie im Portrait-Modus mit weniger horizontalem Platz auskommen als eine herkömmliche Taskbar. Die quadratischen Dock-Icons lassen sich mit einem Stift auch besser treffen als die schmalen Tasks einer Taskbar. Allerdings sind obige Docks zum gegenwärtigen Stand (Mai 2008) noch "work in progress" und etliche Fallstricke lauern. So erfordern sie einen Composition-Manager, diese haben bei einigen Grafikkarten (ATI bzw. Intel) mit Scroll-Performance-Problemen zu kämpfen. Wichtig für Tablet-User ist auch, dass das Rotieren des Displays bei aktiviertem Compositing problematisch ist, mehr dazu unter TabletBuntu. Außerdem arbeiten nicht alle Composition-Manager sauber mit den verschiedenen Docks zusammen, hinzu kommen diversen Bugs in den unterschiedlichen Dock-Applets und die Auswahl der Dock-Applets ist noch begrenzt (siehe Dock-Installation). Die Mainstream-Distibutionen verzichten daher noch darauf, diese optischen Effekte per Default zu integrieren.

Xubuntu-Desktop mit IconBox - funktionelles MacOS-Feeling ohne ressourcenfressende Animationen

Einige spezielle Distributionen kommen dennoch bereits mit einer Dock-Bar vorkonfiguriert, etwa Dreamlinux, das den Desktop XFCE mit dem AWN-Dock zu einem effizienten, MacOS-artigen Look-and-Feel kombiniert. Wer es optisch stylisch und trotzdem effizient mag, für den sind noch Enlightment-basierte Distributionen interessant, also z.B. Ebuntu (=Enlightment+Ubuntu) - zwischenzeitlich in OpenGEU umbenannt. Noch gibt es den besonders eleganten und ressourcenschonenden Fenstermanager Enlightment, der meist zusammen mit dem Dock Engage kommt, nur als Beta-Version, weshalb er bislang noch wenig Verbreitung gefunden hat.

Einige Mainstream-Distributionen legen besonderen Wert auf optischen Reiz und Benutzerfreundlichkeit und schleifen die Ecken und Kanten bisheriger Distributionen. Besonders zu erwähnen ist Linux Mint ein Ubuntu-Ableger, der nicht nur mit Änderungen in den Farben, Systemschriften, Panelanordnung, Themes und dem Splash Screen gefälliger wirken möchte, sondern auch einige Verbesserungen in der Nutzung mitbringt. Beispielsweise kennt Mint ein "Open as Root" im KontextMenü des Dateimanagers, um Änderungen an Systemeinstellungen ohne Kommandozeile durchführen zu können. Weiter gibt es ein "Start Menü" mit Ähnlichkeiten zu Vista sowie spezielle Komponenten für Update Management und Anwendungsinstallationen. Einige diese Schmankerl lassen sich natürlich auch manuell zu anderen Distributionen hinzufügen (das in Mint benutzte Start-Menü "USP" gibts z.B. hier für Ubuntu und eine vereinfachte Installation von Third Party Anendungen uvm. gibt es in Ubuntu Tweaks), Einsteiger profitieren aber von solchen "hübsch vorkonfigurierten" Distributionen.

Einsteiger- oder Profi-Linux?

Einsteigerfreundliche Distributionen wie Suse oder Ubuntu unterstützen die Installation und Konfiguration durch zahlreiche kleine GUI-Tools, so dass auch Anfänger sofort mit ihrem System klarkommen. Wer mehr Linux-Know-How hat, verzichtet gerne auf derlei Schnickschnack und macht das sowieso effizienter von der Console - und bastelt seinen Lieblings-Desktop-Manager auf Gentoo, ArchLinux oder Sidux. Diese Distributionen verzichten auf GUI-Tools und bestechen stattdessen durch besseres Paket-Management für selbstkompilierte Sourcen oder continous Updates.

Desktop Performance

Wesentlicher Performance-Verantwortlicher ist der Composition Manager im Zusammenhang mit unausgereiften Grafiktreibern. Mit aktiviertem Compositing werden Teile der Grafikverarbeitung statt von der CPU von der Grafikkarte ausgeführt. Im Prinzip ist dies eine gute Idee und steigert die Performance. Allerdings sind ATI- und Intel-Treiber als problematisch bekannt. Sie wurden zwar in letzter Zeit stark verbessert, mit Stand Mai 2008 besteht aber weiterhin das Scroll-Performance-Problem im ATI Catalyst 8.4 Treiber. Smooth Scrolling (pixelweise), wie man es in IE7 oder Firefox (unter erweiterten Einstellungen "Sanften Bildlauf" aktivieren) findet, stellt hohe Anforderungen an die 2D-Grafikleistung. Die Desktop-Performance spielt umso mehr eine Rolle, je größer die Auflösung im Verhältnis zur Leistung der Grafikkarte ist. Auf ATI-Grafikkarten und auch auf den integrierten Intel Grafik-Systemen kommt es bei aktiviertem Compositing zu einem störenden "Nachlaufen" des Scrollings bei komplexen Webseiten oder PDFs.

Einige Distributionen wie Kubuntu oder Xubuntu (seit Hardy kann das auch Metacity in Ubuntu) bringen ihren eigenen Composition Manager mit, so dass ein paar Effekte wie transparente Fenster und Schatten auch ohne das etwas träge Compiz Fusion möglich sind. Das Compositing in XFCE ist dabei etwas schneller als bei Gnome oder KDE. Dennoch sind diese Composition Manager bei ATI- und Intel-Grafik vom 2D-Performance-Problem betroffen.

Wer also lieber ein sanftes Scrolling statt Transparenzeffekten oder Fensterschatten möchte, sollte das Compositing abschalten. XFCE ist hierbei wiederum ein Stück schneller als KDE oder Gnome. Gute Linux-Unterstützung liefern dagegen schon länger NVIDIA-Treiber, bei denen diese 2D-Performance-Probleme nicht ganz o kritisch sind. Einen guten Überblick über den Status der Grafiktreiber-Unterstützung findet man hier.

Stromspareigenschaften und Anwendungsperformance sind ansonsten bei allen Distributionen nahezu gleich. Das hängt nur vom Kernel (Scheduler) und den Treibern ab.

Ubuntu

Ubuntu Logo Neu.png

Wird immer mehr als die Alternative zu Windows angesehen. In der Tat ist Ubuntu eine einsteigerfreundliche Distribution. Es gibt unterschiedliche "Ableger":

  • Ubuntu - als Desktopumgebung "GNOME" (Unity seit Version 11.04)
  • Kubuntu - als Desktopumgebung "KDE"
  • Xubuntu - als Desktopumgebung "XFCE"
  • Lubuntu - als Desktopumgebung "LXDE"

(K/X)Ubuntu unterscheiden sich zunächst durch die jeweiligen Desktop-Umgebungen. Diese lassen sich aber auch einfach nachträglich austauschen oder sogar parallel installieren, so dass man per Session Manager (GDM) einfach jederzeit umschalten kann. Jede der (K/X)Ubuntu-Distributionen hat zudem eine unterschiedliche Auswahl der vorinstallierten Standardanwendungen. Ubuntu setzt auf weitgehende Ähnlichkeit zu Windows und bundelt u.a. den Outlook-Clone Evolution sowie das Office Paket OpenOffice. Dagegen setzt Xubuntu auf Einfachheit, Funktionalität und Ressourceneffizienz. So finden man in dieser Distribution z.B. die Gnumeric Tabellenkalkulation oder Abiword als Textverarbeitung. Beide gehen bei beachtlichem Funktionsumfang eine Größenordnung zügiger zu Werke als ihre bekannten Windows-Pendants. Mit Kubuntu installiert man gleich zahlreiche kleine Helferlein (z.B. Ktorrent als Torrent-Client) aber auch größere Softwarepakete wie Amarok (Mediaplayer) oder Koffice (Word Ersatz), die besonders gut in den KDE-Desktop integriert sind.

Des Weiteren gibt es noch spezielle Anpassungen für mobile Geräte - Ubuntu MID Edition für Mobile Internet Devices (MID) und Ubuntu Netbook Remix für Mini-Laptops mit Optimierung für kleine Bildschirme und, gegebenenfalls Optimierungen für Intels Atom CPU. Die sehr aktive EeePC-Communitiy bietet ebenfalls spezielle Zusammenstellungen als "eeebuntu".

Neben den 3 Mainstream-Ubuntu-Varianten gibt es einige weitere inoffizielle Ableger wie das beliebte Linux Mint (Hauptversion mit GNOME; weitere Auflagen mit KDE oder LXDE) oder die recht selten anzutreffenden Varianten Edubuntu (für Schulen), OpenGEU (vormals Ebuntu mit Enlightment als Fenstermanager), gOS (Enligthment+Web 2.0 Anwendungen inzwischen mit LXDE als Desktop) oder Gobuntu (nur Open Source), die sich in weiteren kleineren Details unterscheiden, aber alle zu den Ubuntu-Repositories kompatibel sind.

Alle 6 Monate gibt es eine neue Version, diese werden nach Erscheinungsjahr und -monat benannt (z.B. 7.10 - 2007, Oktober) und bekommen zusätzlich einen Spitznamen (z.B. Gutsy Gibbon). Die meisten Anwender sprechen dann nur noch von "Gutsy". Die aktuelle Version ist 11.10 "Oneiric Ocelot". Seit Version 11.04 geht Ubuntu mit dem selbstentwickelten Desktop Unity (auf GNOME basierend) einen eigenen Weg, da es Meinungsverschiedenheiten mit den Machern von GNOME gab; ursprünglich hatte Ubuntu diesen Desktop für Netbooks (mit ihren kleinen Displays) entwickelt. Unity ist (ähnlich wie auch GNOME 3) ein sehr umstrittener Desktop; insbesondere sind viele langjährige Linuxnutzer sehr skeptisch, denn Unity erfordert (wie auch GNOME 3) die Aufgabe vieler Gewohnheiten und eine deutliche Umstellung.

Innerhalb kürzester Zeit setzte sich die noch recht junge Distribution deutlich an die Spitze der beliebtesten Linux-Distributionen (siehe DistroWatch Popularitätsranking) und wird sowohl von Linux-Anfängern als auch von erfahrenen Linux-Administratoren eingesetzt. Ein Grund für den Erfolg ist sicher das Debian-Paketmanagement APT (Advanced Package Tool) mit der größten Verbreitung. Über die weiteren Gründe wird spekuliert: gelungenes Marketing, die Unterstützung durch Canonical oder die Ubuntu Philosophie - freie Software für freie Menschen. Wer sich jetzt jedenfalls für Ubuntu entscheidet, erhält eine ausgereifte, solide und anfängertaugliche Distribution. Nicht zuletzt die besonders aktive Community sorgt dafür, dass man für Ubuntu gut Hilfestellungen erhält und zahlreiche Anleitungen zur Installation oder zum Umgang mit spezieller Hardware findet. Auch unter ThinkPad-Usern rangiert Ubuntu an vorderster Stelle der Popularität. Gerade Anfänger, die noch nicht genau Wissen, welche Distribution für sie die geeignete ist, machen mit einer Entscheidung für Ubuntu sicher keinen Fehler.

Einer der Kritikpunkt an Ubuntu ist, dass es nicht unbedingt die neuesten Entwicklungen beinhaltet, also z.B. eine Kernelversion hinterherhinkt. Auch bis Updates oder neue Versionen in die Ubuntu-Repositories Einzug halten, vergehen oft Tage bis Wochen. Für die meisten Anwender ist dies aus Stabilitätsgründen aber eine gute Wahl. Andererseits wurde Hardy Heron aus den hier diskutierten Gründen ausnahmsweise mit der Beta-Version von Firefox 3.0 ausgeliefert, die noch diverse Bugs hatte. Wer auch in anderen Situationen unbedingt das Aktuellste haben möchte, kann - Dank der Kompatibilität zu den umfassenden verfügbaren .deb Paketen und Repositories - unter Ubuntu leicht Repositories seines Vertrauens einbinden. So erhält man (ggf. auf Kosten der Stabilität) Updates meist unmittelbar nach ihrem Release ohne gleich von den Sourcen selber kompilieren zu müssen. Beispielsweise lassen sich so auch .deb-Pakete für den "Bleeding Edge" Zen-Kernel konfigurieren, siehe diese Anleitung im Ubuntu-Wiki. Natürlich lassen sich - wie bei allen Linux-Distributionen - Anwendungen auch direkt von den Sourcen compilieren. Und wer auf den allerneuesten Kernel upgraden möchte, kann sich auch den Kernel selber bauen oder das Tool Kernelcheck nutzen, das den gesamten Updatevorgang incl. Compilieren und Eintragen in die Boot-Liste übernimmt.

OpenSuSE

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OpenSUSE ist eine Distribution mit sehr großer Community. Die zugehörige S.u.S.E.-GmbH wurde bereits 1992 in Nürnberg gegründet und ist später Teil von Novell geworden. Von dem OpenSUSE Projekt leitet sich auch die kommerzielle Variante SUSE Linux Enterprise ab. Hauptvorteile der kommerziellen Variante sind vor allem die längere Versorgung mit Updates (bei OpenSUSE beträgt sie nur 2 Jahre) und der Support für Geschäftskunden. Dafür beinhaltet das kostenfreie Community-Projekt eine aktuellere Auswahl an Software. Als Installationsmedium werden verschiedene DVD- und CD-Images zum Download angeboten. OpenSUSE gibt ausdrücklich keine Empfehlung über die Wahl der Desktopumgebung ab. Gnome und KDE werden als direkte Auswahlmöglichkeit gegeben, des weiteren lassen sich bereits während der Installation viele weitere Desktopumgebungen und Window-Manager auswählen. Der Einstieg ist einfach gehalten, anders als bei Ubuntu ähnelt auch der Gnome-Desktop stärker Windows (Programmmenü links unten). Gnome und KDE werden in ähnlichen Designs angeboten, sodass auch zwischen den beiden der Umstieg nicht schwer fällt.

OpenSUSE beinhaltet mit YAST ein sehr umfangreiches Konfigurationswerkzeug für Hard- und Software, dass ebenfalls in der kommerziellen SUSE-Version verwendet wird und durch viele Zusatzmodule erweiterbar ist. Nutzer mit fundierten Kenntnissen können über den "Editor für /etc/sysconfig" sehr viele Feinheiten in OpenSUSE einstellen. Die Hardwareunterstützung für Thinkpads ist im Allgemeinen sehr gut, da Novell zusammen mit IBM seit einiger Zeit die kommerzielle Variante als Alternative zu Windows anbietet, ähnlich wie Dell Ubuntu bei einigen Modellen installiert. Als sehr angenehm herauszuheben sind bei dieser Distribution auch die "One Click"-Installationen, die im Wiki der Community bereitstehen und dem Einsteiger viel lästige Arbeit abnehmen. Bei älteren Rechnern empfiehlt es sich, die meist mitinstallierte Suchmaschine beagle wieder zu deinstallieren, da diese sehr viel Rechenzeit und damit auch Akkulaufzeit frisst. OpenSUSE 11.1 ist das neueste Release und bringt unter anderem den neuen Desktop KDE 4.1.3(hat stark an Stabilität gewonnen), sowie die stabilere Version KDE 3.5.10 und Gnome 2.24.1 mit.


Fedora

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Fedora ist eine Linux Distribution, die aus dem ehemaligen Red Hat Linux entstanden ist. Eine wesentliche Philosophie von Fedora ist (ähnlich wie bei Debian), bereits bei der Konzeptionierung des Betriebssystems ausschließlich auf nicht proprietäre bzw. nicht patentrechtlich geschützte Software zu setzen. Mittlerweile ist Fedora bekannt dafür, eine Vorreiterrolle bei der Einführung und (Weiter-) Entwicklung freier Software inne zu haben. Desweiteren steht der Sicherheitsaspekt bei Fedora im Vordergrund.

Besonderheiten der Distribution

Da Fedora der Lizenzpolitik des Red Hat Projekt folgt, gilt hier der Grundsatz, dass nur Software mit vollständig freien Lizenzen verwendet werden dürfen. Ausschlaggebend war der Gedanke, jegliche juristische Probleme in Form von Lizenz- und Patentstreitigkeiten im Vorfeld zu vermeiden. Prominenteste Folge dieser Politik ist, dass die Distribution von den originalen Installations-Medien keine Programme mit MP3-Unterstützung mit sich bringt, sondern diese erst nachträglich installiert werden müssen. Zu diesem Zweck gibt es inoffizielle Installations-Datenbanken (sog. „Repositories“).

Eine weitere Besonderheit ist der (mit anderen Distributionen verglichen) hohe Aktualisierungsgrad des Fedora-Projekts. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, etwa alle sechs Monate eine neue Version zu veröffentlichen. Im Gegensatz zu den meisten anderen "großen" Distributionen, kann es innerhalb einer Releasenummer zu Upgrades auf Kernel mit Versionssprung geben (so wurde etwa Fedora 16 beim Erscheinen der Release im November 2011 mit Kernel 3.1 ausgeliefert, und ist inzwischen (April 2012) bei Kernel 3.3 angelangt). Aktualisierungen für die einzelnen Versionen werden bis einen Monat nach Erscheinen der übernächsten Version angeboten − dies sind also insgesamt 13 Monate. Dadurch ist es möglich, eine Version zu überspringen, ohne eine nicht weiter aktualisierte Version zu verwenden. Diese im Vergleich zu anderen Distributionen kurze Lebensdauer mag von vielen als Hauptnachteil von Fedora gesehen werden.

Fedoras Entwicklung wird immer noch weitestgehend von Red Hat kontrolliert, daher wird die Distribution in Fachkreisen - ob zu Recht oder zu Unrecht - als Red Hats Versuchsfeld für das kommerzielle Red Hat Enterprise Linux gesehen. Dennoch gehört Fedora zu den innovatvsten Distributionen, die man bekommen kann, was nicht zuletzt an der sehr großen privaten Entwicklergemeinschaft liegt.

Installation

Das Fedora-Projekt stellt eine installierbare Live-CD mit Gnome als Desktopumgebung, eine Installations-DVD sowie eine 6 CD-Version als Abbild-Datei zum Download bereit.

Zusätzlich gibt es sogenannte "Spins", die jeweils auch als installierbare Live-CD mit KDE, lxde, oder XFCE4 als Desktopumgebung angeboten werden.

Fedora erfreut sich unter anderem als Nachfolger der alten Red-Hat-Linux-Versionen großer Beliebtheit und hat diese in vielen Institutionen ersetzt. [[1]]

Thinkpad-Kompatibilität

Auf den Thinkpads laufen nahezu alle Features bereits out-of-the-box:

  • integriertes WLAN
  • integriertes LAN
  • integriertes Bluetooth
  • TPM-Chip
  • ATI-, Nvidia- und Intel-Grafik
  • Soundkarte
  • FN-Tastenkombinationen
  • Hibernate / Suspend

Nicht out-of-the-box läuft:

  • Active-Protection (tp-smapi und hdapsd muss nachinstalliert werden)

Fedora Fazit

Fedora empfiehlt sich für den Benutzer, der:

  • bereits einige Erfahrungen mit Linux als Betriebssystem gesammelt hat
  • neueste und teilweise noch nicht ganz ausgereifte Software nutzen will
  • ein System basierend auf freier Software nutzen möchte
  • Spass daran hat, auch mal selber Hand am System anzulegen (zweifelhaftes Argument, kein großer Unterschied zu Ubuntu)
  • von den Vorzügen einer großen Community profitieren möchte

Slackware

Slackware logo.png

Slackware ist eine der ältesten Linux-Distriubtionen überhaupt und die älteste noch existierende. Das zeigt sich auch an der Zusammenstellung der Distribution. Anders als andere verzichtet Slackware weitgehend auf selbsterstellte Tools, die die verschiedenen Programme in einen Zusammenhang setzen und z.B. eine zentrale Konfiguration ermöglichen. Auch fehlt dem Paketmanagment eine Funktion zum Erkennen und Auflösen von Abhängigkeiten.

Daher ist Slackware eher schlecht für den Einsteiger geeignet, sondern richtet sich mehr an den fortgeschrittenen Linuxuser, der den Wunsch hat, sein System persönlich an seine Vorstellungen anzupassen.

ZenWalk ist ein Ableger von Slackware, der versucht, die Funktionen nachzurüsten, die zu einer "modernen" Distribution fehlen, vor allem also ein Paketmanagement mit Abhängigkeitscheck und Tools zur zentralen Konfiguration des Systems.

Die ZenWalk-CD enthält ein komplett eingerichtetes XFCE-System, mit dem man sofort produktiv werden kann. Auf Wunsch kann man aber auch KDE oder Gnome nachinstallieren.

ZenWalk ist zwar weiterhin binärkompatibel zu den Paketen von Slackware, hat sich aber inzwischen soweit von seinem Ursprung weg entwickelt, daß man es eigentlich als eigenständige Distribution ansehen kann.

Gentoo

Gentoo-Logo

Gentoo ist eine Quellcode-basierende Distribution, d.h. (fast) alle Pakete liegen ausschließlich im Quellcode vor und müssen zur Installation lokal kompiliert werden. Ausnahmen gibt es nur bei großen Paketen (z.B. OpenOffice) und Closed-Source-Packeten (z.B. Google-Earth, Opera).

Kompilieren

Bei den meisten Paketen ist das Kompilieren dank des Packetmanagers 'Portage' nicht schwer (meist reicht ein 'emerge -auv <PACKETNAME> '), auch Abhängigkeiten und Installation übernimmt dann 'Portage'. Für Portage gibt es auch grafische Aufsätze (ähnlich wie Synaptics für apt-get). Die großen Nachteile des selbst Kompilierens sind natürlich der Zeitaufwand. Der Kompiliervorgang verbraucht natürlich nicht nur Zeit sondern auch Performance und Energie, weswegen im Akku-Betriebes Systemupdates weniger zu empfehlen sind. Vorteile sind der (geringe) Performancegewinn und der Sicherheitsaspekt (was nicht integriert ist, kann auch kein Sicherheitsrisiko darstellen). Außerdem lässt sich Linux so sehr gut an persönliche Bedürfnisse anpassen und man lernt schnell einiges über sein System.

Installation

Die Standardinstallation mit Hilfe der rund 50MB großen Minimal-CD ist Konsolen-basiert und wird Linux-Anfänger abschrecken. Dies ist auch einer der Gründe, warum Gentoo häufig als Experten-Linux verschrieen ist. Mit Hilfe des ausführlichen (deutschen) Online-Handbuches ist die Installation aber auch für Linux-Anfänger (mit geringen Computerkenntnissen) zu bewerkstelligen. Großer Nachteil ist auch hier der Zeitaufwand, da auch hier viel kompiliert werden muss. Kompilieren des Basissystem mit Systemtools, Treibern, grafischer Oberfläche, Browser, Multimediaprogrammen, Tools, Entwicklungsumgebung und einigen Spielen benötigt beispielsweise auf einem T43 etwa ein Wochenende. Die intensive Auseinandersetzung mit dem System sorgt für einen immensen Lerneffekt. Gentoo-User kennen zwangsläufig ihr System, Probleme lassen sich dann meist sehr viel schneller lösen als bei "Einsteigerdistributionen". Für die Installation mit der Minimal-CD wird eine Internetverbindung benötigt, da die Sourcen und Stages online bezogen werden. Alternativ gibt es jedoch auch ein CD-Image für die Offline-Installation.

Besonderheiten

Neben den Festlegungen der Compileroptionen auf den aktuellen Prozessor, werden bei der Installation eines Paketes über USE-Flags bestimmt, welche Abhängigkeiten und Funktionen einbezogen werden sollen. Weitere Vorteile sind die Aktualität der Pakete und eine relativ große, kompetente Community (welche auch sehr einsteigerfreundlich ist), sowie eine gute, umfangreiche Dokumentation (inkl. deutscher Übersetzungen), Unterstützung verschiedener Profile und eine große Paketauswahl.

Updates & Aktualität

Gentoo ist versionslos, es gibt keine Versionen wie bei vielen anderen Distributionen und damit auch keine typischen Upgradeprobleme beim Umstieg von Vorgänger-Versionen. Im Regelfall werden nur gewünschte Pakete aktualisiert, so ist es möglich, parallel sehr alte Pakete neben den neuesten Betapaketen zu betreiben. Es gibt aber natürlich auch die Möglichkeit, sein System automatisch auf den aktuellen Stand zu bringen, ohne sich um einzelne Pakete explizit kümmern zu müssen.

Thinkpad-Kompatibilität

Dank der Struktur von Gentoo und des sehr großen Paketangebotes werden ThinkPads sehr gut unterstützt: integriertes WLAN; integriertes LAN; Fingerprint-Reader; Active-Protection; integriertes BlueTooth; TPM-Chip; ATI- & Intel-Grafik; Soundkarte; auch die Tablet-Funktionen werden weitestgehend unterstützt.

Gentoo-Fazit

Gentoo lässt sich für die User empfehlen, welche:

  • mehr Zeit in ihr System/Linux investieren können/möchten
  • ein optimales System aufsetzen möchten
  • keine unnötigen Pakete installieren wollen
  • etwas tiefer in Linux eingreifen wollen
  • mehr über Ihr System/Linux lernen wollen
  • ein flexibles und Versionsloses Linux (ohne Version-Update-Zwang) suchen

Arch Linux

Arch Linux gibt es als i686 und als x86_64 Variante mit vorkompilierten Paketen. Es ist eine für fortgeschrittene User (und solche, die es werden wollen) gedachte Distribution, die auf ihre eigene Paketverwaltung via pacman setzt. Arch Linux ist Gentoo in vielen Dingen sehr ähnlich, sei es die Konfiguration, oder die Tatsache, dass man sämtliche Pakete mit einem Befehl neu kompilieren kann. Desweiteren wird nichts installiert, was man nicht will. Man kann also sein System auf einfache Art und Weise sehr schlank und schnell halten. Die BSD-ähnlichen Initskripts sorgen für ein sehr schnelles Booten.

Bei Arch gibt es keine festen Releases wie bei z.B. bei Debian oder Ubuntu, sondern nur sogenannte Rolling Releases. Mit jeder neuen Kernelversion gibt es eine neue Installations-CD. Wenn man regelmäßig sein System aktualisiert, ist man immer auf dem neusten Stand, ähnlich zu Gentoo. Man kann auf eine große Auswahl an hochaktuellen Paketen zugreifen, die von offiziellen Entwicklern betreut werden. Daneben existiert das Community Repository, in welches sogenannte Trusted User (TU) eigens kompilierte Pakete anbieten können. Zusätzlich gibt es noch das AUR (Arch User Repository), wo jeder PKGBUILDs (äquivalent zu ebuilds bei Gentoo, aber einfacher zu handhaben, dafür aber nicht so mächtig), also buildscripts für Pakete, hochladen und warten kann. Diese sind einfach z.B. per yaourt abrufbar, welches auch automatisch Abhängigkeiten und das Paket kompiliert sowie installiert.

Es gibt ausserdem noch das kdemod Projekt, welches ein vollständig modularisiertes und mit zusätzlichen Patches versehenes KDE3 und KDE4 bereitstellt.Qsicon inArbeit.png

Debian GNU/Linux

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Debian GNU/Linux gilt als ein Urgestein unter den Linux Distributionen. Die Entwickler von Debian legen besonderen Wert auf die Verwendung von "freier Software", deshalb sind viele kommerzielle Software Packete nur auf Umwegen zu erhalten (Bsp: Flashplayer usw.). Bei Debian steht der Stabilitätsaspekt an vorderster Stelle. Debian ist Entwickler eines der großen Paketformate (Deb) und ist Grundlage beliebter Distributionen wie Ubuntu und dessen Varianten.

Debian (Debian stable) gilt als außerordentlich stabil. Deswegen ist es auch als Betriebssystem für Server sehr beliebt und nimmt hier eine Spitzenposition ein. Natürlich profitiert auch der Desktopnutzer von Debians Stabilität, muss allerdings in Kauf nehmen, dass abgesehen von Sicherheitsupdates eine neue Version im Schnitt nur alle zwei Jahre herauskommt. Deshalb ist die Software häufig nicht auf dem neuesten Stand. Ein Nutzer kann dies umgehen, indem er die neueren Zweige Debian testing bzw. Debian unstable verwendet, wenn er das Risiko nicht scheut. Eine weitere Besonderheit von Debian ist, dass nicht die beliebten Mozilla-Produkte Firefox und Thunderbird mitgeliefert werden, sondern leicht abgewandelte Varianten namens Iceweasel bzw. Icedove.

Das derzeit aktuelle (stable) Linux-Version Debian 6.0 "Squeeze" läuft offiziell auf zahlreichen Plattformen (neben i386 und amd64 auch armel, powerpc, ...), zudem gibt es auch BSD Varianten (kfreebsd; i386 und amd64), sowie (inoffiziell) als Variante den GNU Hurd. Der i80386-Prozessor wird nicht mehr unterstützt, es muss mindestens ein i80486 sein. [2]

Gut für den Einstieg ohne umständliches Brennen von Installationsmedien: Debian Installer Loader (ohne brennen direkt aus Windows heraus) Qsicon inArbeit.png noch Baustelle - bald mehr:

Linux Mint

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Linux Mint ist eine technisch vollständig auf Ubuntu basierende Distribution. Insbesondere greift die Paketverwaltung von Mint u. a. auf die Ubuntu-Paketquellen zu. Insofern ist Linux Mint eine (inoffizielle) Variante von Ubuntu. Die wesentlichen Features von Mint sind:

  1. Eine noch einsteigerfreundliche Benutzeroberfläche realisiert z. B. durch das Mint Menü und die Mint Tools, einer Sammlung von Systemsteuerungswerkzeugen, die das Anpassen und Konfigurieren für den Benutzer einfacher machen sollen.
  2. Codecs für verschlüsselte DVDs, MP3 oder DivX sowie Plugins wie Adobe Flash und Sun Java.
  3. (Seit Frühjahr 2012) Mint verzichtet in der Hauptversion sowohl auf Unity als auch auf Gnome 3, sondern bringt mit Cinnamon (einem Gnome 3 Fork) einen eigenen Desktop mit, der im Look and Feel an Gnome 2 erinnern soll. Alternativ wir auch der Gnome-2-Fork MATE mitgeliefert.

Für die Hauptversion des aktuellen Linux Mint 12 mit GNOME 3.2 Desktop haben die Macher von Mint einige Erweiterungen der Gnome-Shell (MGSE) entwickelt, die dem Nutzer eine von GNOME 2.n vertraute Umgebung bieten und damit die Umstellung auf GNOME 3 erleichtern sollen. Diese Erweiterungen können bei Bedarf aber mit wenigen Mausklicks abgestellt werden. Derzeit (Januar 2012) entwickelt Mint mit Cinnamon eine eigene Variante der Gnome-Shell, die dem Nutzer mehr Ähnlichkeit zu GNOME 2.n bieten soll.

Die auf Ubuntu und GNOME basierende Hauptversion von Linux Mint erscheint alle 6 Monate, wenige Wochen nach der entsprechenden Ubuntu-Version. Versionen für andere Desktops wie KDE erscheinen meist etwas später. Die Supportdauer ist wie für die entsprechende Ubuntuversion. Die Versionsnummern sind fortlaufende ganze Zahlen, zudem noch ein weiblicher Vorname als Spitzname hinzukommt. Im Mai 2011 erschien Version 11 "Katya", im November 2011 die aktuelle Version 12 "Lisa". Version 13 "Maya" wird voraussichtlich Mai 2012 erscheinen und eine LTS sein.

Außerdem gibt es von Linux Mint eine Rolling-Release Distro, basierend auf Debian Testing ("Wheezy"), namens Linux Mint Debian Edition, kurz LMDE. Von dieser wurde wieder vor kurzem (April 2012) eine Versionsfreeze-ISO freigegeben.

Laut Distrowatch ist Mint eine der erfolgreichsten Linux Distributionen überhaupt. Im Jahr 2011 hat Mint laut Distrowatch sogar Ubuntu überholt. Linux Mint kann als Live-CD, Live-USB oder als ISO Image bezogen werden. Es gibt 32- und 64-bit Versionen. Zudem bietet Mint noch eine ganz andere, auf Debian (und nicht Ubuntu) basierende Variante, Linux Mint Debian (LMDE), die laufend aktualisiert wird.

PC Linux OS

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Allgemeines

PCLinux OS -kurz PCLOS- ist eine US-amerikanische paketmanagerbasierte Linux-Distribution, die ursprünglich auf Mandrake zurückgeht und vor allem auf den Desktop-Einsatz zugeschnitten ist. Sie wurde erstmals 2003 von Bill Reynolds, besser bekannt als "Texstar", angekündigt. Bevor er seine eingene Distribution schuf, war Texstar bereits in der Mandrake-Linux-Nutzergemeinschaft als Entwickler bekannt. Er erstellte aktuelle [RPM-Pakete für diese Distribution und stellte sie zum kostenlosen Download bereit. 2003 entschied er sich, eine neue Distribution zu erstellen, die ursprünglich auf Mandrake Linux basierte aber verschiedene bedeutende Verbesserungen in Sachen Bedienbarkeit enthielt. Sie sollte Anfänger-freundlich sein, eingebaute Unterstützung proprietärer Kernelmodule, Browser-Plugins und Media-Codecs mitbringen und sollte als Live-CD mit einem einfachen und intuitiven grafischen Installationsprogramm fungieren.

Besonderheiten

In Fragen der Bedienbarkeit bringt das Projekt von Haus aus viele Technologien mit, die ein Umsteiger von Windows nach Linux von seinem neuen Betriebssystem erwarten würde. Auf der Softwareseite handelt es sich bei PCLinuxOS um eine an KDE ausgerichtete Distribution, mit einer angepassten und stets aktuellen Version dieser beliebten Desktopumgebung. Ihr wachsendes Softwarearchiv enthält jedoch auch andere Desktopumgebungen und bietet eine große Anzahl von Programmen für viele gängige Aufgaben. Zur Konfiguration des Systems wurde viel von Mandrakes ausgezeichnetem Control Centre beibehalten, das Paket-Management wurde jedoch durch APT und Synaptic, einer grafischen Oberfläche für das Paket-Management, ersetzt. Für gewöhnlich kann man PCLOS als Live-CD beziehen, die es ermöglicht persönliche Daten und Konfigurationseinstellungen auf einem zweiten Datenträger abzuspeichern. Das System kann aber auch auf eine Festplatte installiert werden; die CD enthält, wenn dekomprimiert, etwa zwei Gigabyte an Software, wie KDE, OpenOffice.org, GIMP und viele weitere beliebte Applikationen.


Kritik

Auf der negativen Seite fehlt es PCLinuxOS an jeder Art von Entwicklungsplänen oder -zielen, insbesondere von kommerzieller Seite. Die bekanntesten Entwickler von PCLOS sind Textar selbst und die sog. Ripper-Gang, eine Programmierergruppe. Trotz der wachsenden Beteiligung der Gemeinschaft verbleibt der Großteil der Entwicklung und der Entscheidungsfindung in den Händen von Texstar, der dazu neigt, die Stabilität einer Veröffentlichung eher konservativ zu beurteilen. Dies führt dazu, dass der Entwicklungprozess von PCLinuxOS langwierig ist und neue Versionen erst veröffentlicht werden, wenn alle bekannten Fehler behoben sind. Momentan gibt es keine Pläne für eine 64-Bit Ausgabe von PCLinuxOS.

  • Vorteile: Eingebaute Unterstützung von Grafik-Treibern, Browser-Plugins und Media-Codecs; schnelle Boot-Zeiten; aktuelle Software
  • Nachteile: keine 64-Bit Ausgabe; keine automatische Unterstützung anderer Sprachen als Englisch; fehlende Veröffentlichungs-Planung
  • Software Paket Management: Advanced Package Tool (APT) unter Verwendung von RPM-Paketen
  • Erhältliche Derivate: MiniMe, Junior and BigDaddy Editionen für 32-Bit (i586) Prozessor Architekturen
  • Vorgeschlagene PCLinuxOS-basierte Alternativen:Mandriva Linux, SAM Linux Desktop, Granular Linux

andere Distributionen

Freespire 2

Freespire 2 ist eine auf Debian/Ubuntu-basiende Linux-Distribution. Sie ist das kostenlose Gegenstück von Linspire. Freespire ist nur als Live-CD erhältlich. Im CD-Menü kann man zwar Deutsch auswählen, er bleibt aber Englisch. Freespire enthält KDE 3.5.6. Zum Updaten muss man sich auf CNR.com registrieren. Nach der Registration funktioniert das Update trotzdem nicht.

Foresight Linux

Foresight Linux ist eine etwas neuere Distribution. Es ist eine Distribution mit Rolling Releases. Foresight Linux basiert auf rPath Linux, eine sehr unbekannte Distribution. Foresight Linux benutzt weder apt oder yum, sondern conary. Der Vorteil von Conary ist, dass es einzele Dateien aktualisiert und nicht das gesamte Programm. Man kann seinen Computer auf einen bestimmten Zeitpunkt zurücksetzen, da Conary die Daten speichert.

Qsicon inArbeit.png noch Baustelle - bitte ergänzen:


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