MMC-2-Prozessoren modifizieren

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Pentium-II-Platinen

100 MHz FSB-Mod (nur für bestimmte Modelle!)

Manche Modelle des Pentium II 300 MHz haben Cache-Chips (laufen bei halbem Prozessortakt), die für 225 MHz spezifiziert sind. Mit diesen kann man probieren, auf 100 MHz FSB und somit auf 450 MHz CPU-Takt zu kommen. Ebenso kann man versuchen, die Pentium-II-PE-Modelle mit 300 MHz / 266 MHz und 256KB On-Die-L2-Cache (mit vollem Prozessortakt) auf 100 MHz FSB zu übertakten.

100-MHz-Mod für Pentium-II-Platinen mit 512KB On-Chip-Cache @ halbem Prozessortakt

- kommt noch -


100-MHz-Mod für Pentium-II-PE-Platinen mit 256KB On-Die-Cache @ Prozessortakt

Diese Modelle erkennt man daran, dass sie auf der Rückseite der MMC-2-Platine keine drei großen rechteckigen ICs am oberen Rand haben. Sie sind wegen des On-Die-Caches, der auf vollem Prozessortakt läuft, schon einmal merklich schneller als die Versionen mit On-Chip-Cache. Trotzdem bringen die 100 MHz FSB bei diesen Modellen nochmal einen spürbaren Leistungsschub. Die besten Chancen hat man mit den 266 und 300 MHz-Modellen. Sie haben die selbe Vcore wie ihre großen 400 MHz-Brüder, aber nur einen Multiplikator von 4 bzw. 4,5 statt 6. Somit kommt man bei 100 MHz FSB auf 400 bzw. 450 MHz, was noch im Rahmen liegt. Bei den höher getakteten Modellen ist die Wahrscheinlichket, dass der Mod gelingt, deutlich geringer. Mit dem 333 MHz-Modell könnte es evtl. noch klappen, aber bei einem 366MHz-Prozessor ist es aufgrund des hohen Mltiplikators doch schon sehr unwahrscheinlich, dass der Prozessor die Übertaktung um immerhin satte 50% mitmacht. Doch wenn der Mod gelingt, hat man, wenn man von einem 300-MHz-PE-Prozessor ausgeht, für verhältnismäßig kleines Geld (nur der RAM muss neu gekauft werden) eine vergleichbare Performance wie mit einem 450 MHz Pentium III. Man muss zwar auf den SSE-Befehlssatz verzichten, dafür hat man aber keine Frickelei mit extra-Software, um den L2-Cache zu aktivieren wie bei den Pentium-IIIs.

Für den Mod muss ein Widerstand an eine andere Position gelötet und ein weiterer an einer anderen Stelle hinzugefügt werden. Ersterer bewirkt, dass das MMC-2-Modul vom Taktgenerator als 100 MHz-FSB-Modul erkannt wird, der Zweite ändert den AGP-Teiler von 1/1 auf 2/3, damit der AGP-Takt bei dem höheren FSB wieder in seiner Spezifikation von 66 MHz liegt.

AGP-Teiler einstellen
FSB-Takt einstellen

Pentium-III-Platinen

Speedstep-Mod

Mit dem Speedstep-Mod kann man Pentium-III-MMC-2-Prozessoren auch in Notebooks, die die Speedstep-Technik nicht unterstützen, wie z. B. die Thinkpads 770X/Z und 600E sowie die meisten Thinkpads 600X trotzdem auf hohem CPU-Takt (und hoher Vcore) im "maximum peformance mode" betreiben. Ohne diesen Mod können entsprechende Speedstep-Prozessoren in diesen Notebooks nur mit dem niedrigeren CPU-Takt (und niedrigerer Vcore) im "battery optimized mode" betrieben werden. Die erste Möglichkeit besteht darin, den Prozessor fest auf den "maximum performance mode" zu verdrahten, was allerdings hinsichtlich der Akkulaufzeit und Abwärme Nachteile bringt. Diese Möglichkeit wurde seinerzeit von "Sharedoc" im Forum von www.wimsbios.com entdeckt. Der zugehörige Thread entwickelte sich schnell zu DER Anlaufstelle, um die unter Liebhabern noch immer verbreiteten Thinkpads 600E, 770X und 770Z aufzurüsten und gehört zur Pflichtlektüre, wenn man ein bisschen in die Entstehungsgeschichte eintauchen will. Dort posteten auch die Programmierer der Tools "deepsleep", "enable_p6" und dem modifizieten GRUB-Bootloader. Die zweite Möglichkeit ist, mittels eines Relais oder einer Transistorschaltung den CPU-Takt in Abhängigkeit vom eingesteckten Netzteil zu steuern. Danach ist die CPU (nach Ausführen von "enable_p6" oder "deepsleep") immer im "maximum peformance mode", solange das Netzteil eingesteckt ist. Ansonsten arbeitet die CPU im "battery optimized mode". Im Gegensatz zu echtem Speedstep hat man folgende Nachteile:

  • Vor dem Einstecken und Abziehen des Netzteils im laufenden Betrieb muss kurz mittels Fn + F4 in den Standby-Modus gewechselt werden. Danach kann man das Notebook wieder aufwecken (nochmal Fn + F4 drücken). Macht man das nicht, so schaltet das Notebook sofort ab, wenn man das Netzteil abzieht oder einsteckt. Nach dem Aufwachen muss eines oder mehrere der Tools aus dem oben verlinkten Thread (Empfehlung: enable_p6, da es sowohl Cache als auch höheren CPU-Takt aktivieren kann und man somit nur ein Tool braucht) ausgeführt werden um den L2-Cache und gegebenenfalls den höheren CPU-Takt zu aktivieren.
  • Man kann den Modus nicht mit den Windows-Enegieschemas (Windows 2000 und XP) oder dem Tool von Intel ändern.

Speedstep-Mod für die CPUs von 600 bis 700 MHz (fest verdrahtet):

Leiterbahnschnitt (600 - 700 MHz)
Widerstand (600 - 700 MHz)


Speedstep-Mod für die CPUs von 750 bis 850 MHz (fest verdrahtet):

Leiterbahnschnitt (750 - 850 MHz)
Widerstand (750 - 850 MHz)


HINWEIS: Bei den folgenden Bildern muss der +16V-Anschluss direkt an den Plus-Pin des Netzteilanschlusses auf dem Mainboard angelötet werden.

Speedstep-Mod für die CPUs von 600 bis 700 Mhz (variabel, entweder mit Relais oder mit NPN-Transistoren):

Leiterbahnschnitt (600 - 700 MHz)
variables Speedstep mit NPN-Transistoren (600 - 700 MHz)
variables Speedstep mit Relais (600 - 700 MHz)


Speedstep-Mod für die CPUs von 750 bis 850 Mhz (variabel, entweder mit Relais oder mit NPN-Transistoren):

Leiterbahnschnitt (750 - 850 MHz)
variables Speedstep mit NPN-Transistoren (750 - 850 MHz)
variables Speedstep mit Relais (750 - 850 MHz)


Volt-Mod

Mit diesem Mod kann man die Vcore, die am Prozessor anliegt, ändern. Bei Speedstep-Prozessoren (600 MHz - 850 MHz) kann sowohl die Spannung im "battery optimized mode" als auch im "maximum performance mode" geändert werden. Dies kann aus zwei Gründen sinnvoll sein: Entweder man hebt die Spannung an, um besser übertakten zu können oder man senkt die Spannung auf das Minimum ab, mit dem der Prozessor bei Standardtakt noch stabil arbeitet (am besten mit prime95 testen), um Strom zu sparen und so eine höhere Akkulaufzeit zu bekommen.

Die Lötpads auf den folgenden Bildern müssen entweder mit SMD-Brücken oder mit Draht- bzw. Kabelbrücken oder einem Batzen Lötzinn verbunden werden, Widerstände sind nicht notwendig. Verbindet man eines (oder beide) der SMD-Lötpads einer VID mit GND, so ist die VID immer LOW. Verbindet man eine VID mit VID-SW, so ist die VID im "battery optimized mode" HIGH und im "maximum performance mode" LOW. Verbindet man ein VID weder mit GND noch mit VID-SW, so ist die VID immer HIGH.

Hier die Tabelle mit den zur Auswahl stehenden Spannungen. VID = 0 bedeutet LOW, VID = 1 bedeutet HIGH. Siehe auch dieses Datenblatt.

VID 4 VID 3 VID 2 VID 1 VID 0 Vcore [V] (+/- 1%)
0 0 0 0 0 1,675
0 0 0 0 1 1,650
0 0 0 1 0 1,625
0 0 0 1 1 1,600
0 0 1 0 0 1,575
0 0 1 0 1 1,550
0 0 1 1 0 1,525
0 0 1 1 1 1,500
0 1 0 0 0 1,475
0 1 0 0 1 1,450
0 1 0 1 0 1,425
0 1 0 1 1 1,400
0 1 1 0 0 1,375
0 1 1 0 1 1,350
0 1 1 1 0 1,325
0 1 1 1 1 1,300
1 0 0 0 0 1,275
1 0 0 0 1 1,250
1 0 0 1 0 1,225
1 0 0 1 1 1,200
1 0 1 0 0 1,175
1 0 1 0 1 1,150
1 0 1 1 0 1,125
1 0 1 1 1 1,100
1 1 0 0 0 1,075
1 1 0 0 1 1,050
1 1 0 1 0 1,025
1 1 0 1 1 1,000
1 1 1 0 0 0,975
1 1 1 0 1 0,950
1 1 1 1 0 0,925
1 1 1 1 1 0,900

Da die Anordnung der für den Volt-Mod relevanten Lötpads bei allen Platinen gleich ist, kann man für alle Prozessoren das gleiche Bild verwenden (Pads von rechts abzählen beim Löten). Die Option VID-SW entfällt bei Prozessoren ohne Speedstep (450 und 500 MHz).

Platinenoberseite

Voltmod oben 1











Platinenunterseite

Voltmod unten











Evtl. benötigt man manchmal eine VID auf LOW im "battery optimized mode" und auf HIGH im "maximum performance mode", um seine Wunschkombination aus zwei Vcores zu erreichen. Um dieses #VID-SW (invertiertes VID-SW) zu erhalten, muss man lediglich einen NPN-Transistor wie folgt anschließen:

Voltmod #VID-SW









Multiplikator separat ansteuern

Hat man den 133-MHz-FSB-Mod (z. B. Thinkpad 770X/Z oder 600E) so ausgeführt, dass man den FSB in Abhängigkeit des Anschlusses vom Netzteil umschalten kann, möchte man evtl. den CPU-Takt über den FSB verändern anstatt über den Mutiplikator (da ein höherer FSB Leistungsvorteile bringt). So gut wie immer funktioniert das z. B. mit einer 650-MHz-CPU, da 5 x 100MHz FSB = 500 MHz für den mobilen Betrieb und 5 x 133MHz FSB = 666 MHz für den Betrieb am Netzteil. Hierzu ist es zwar nötig, den Speedstep-Mod zu belassen, damit die höhere Vcore für den höheren CPU-Takt weiterhin aktiviert wird, allerdings darf der Multiplikator der CPU nicht ebenfalls mit umschalten. Dies kann man wie auf folgendem Bild gezeigt umsetzen.

Lötet man nach dem Durchschneiden der Leiterbahn an der rot markierten Stelle das blau markierte Ende des Widerstandes an GND, so bleibt der Multiplikator immer niedrig; bei +3,3 Volt immer hoch. Man könnte z. B. auch einen Schalter anlöten.

Multiplikator separat ansteuern