Linux Distributionen

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Version vom 11. Mai 2008, 12:04 Uhr von Butzel (Diskussion | Beiträge) (→‎Gentoo: Installation mit minimal cd braucht internet)

Mittlerweile liest man häufiger über Linux und bei manchen Nutzern entsteht - angeregt durch die zunehmende Berichterstattung sowie durch frustrierende Erfahrungen mit anderen Betriebssystemen - der Wunsch, Linux einmal auszuprobieren. Zunächst stellt sich hier die Frage "welches Linux möchte ich denn ausprobieren?". Beim intensiveren Beschäftigen mit Linux stellt man nämlich fest, daß es sehr viele Distributionen gibt. Wie nun die richtige wählen? Hier gibt es einen Test, der dabei hilft, herauszufinden welche Distribution zu einem passt. Wer eine Distribution ausprobieren möchte oder sich bereits entschieden hat, findet unter Linux Installation genaue Installationsanleitungen.

Hier nun ein Überblick über die gängigsten Distributionen:

Grundlagen

Linux ist ein modulares Betriebssystem. Eine Distribution ist eine maßgeschneiderte Zusammenstellung einiger dieser Module - vom Umfang überlicherweise gerade so, dass sie auf eine CD passt. Eine Distribution besteht aus Paket-Manager, Kernel, Treibern, Fenstermanager, 3D-Effekt-Manager (Compositor), Scripte zum Booten und Power Management, GUI-Helferlein zum Installieren und Konfigurieren sowie schließlich einer identitätsstiftenden Artwork die das ganze abrundet. Damit die CD voll wird, bringen die meisten Distributionen noch eine Reihe vorausgewählter Anwendungen beispielsweise für Email oder Textverarbeitung mit.

Welchen Desktop-Manager wählen?

Augenfälligstes Merkmal einer Distribution ist der Desktop-Manager. Die gebräuchlichsten sind Gnome (z.B. in Ubuntu) und KDE (Kubuntu) gefolgt von XFCE (Xubuntu).

Gnome wirkt aufgeräumt und übersichtlich, ist aber trotzdem sehr komfortable und mächtig. Einige Nutzer fühlen sich allerdings von der Gnome-Saubermann-Philosophie bevormundet und wünschen sich mehr Einstellmöglichkeiten. Andere monieren die Trägheit des Systems.

KDE ähnelt Windows, ist enorm flexibel konfigurierbar mit diversen Einstellmöglichkeiten und enthält eine komplette Umgebung mit eigenem Office, Web Browser und zahlreichen Tools - wodurch es auf manche Benutzer überfrachtet wirkt.

XFCE ist dank des schnellen Fenstermanagers (XFWM4) etwas flotter beim grafischen User-Interface, benötiget wegen der ressourcensparenden Auslegung weniger Hauptspeicher und bootet dadurch auch schneller. Besonders geeignet für schwächere Rechner ist Xubuntu aber auch auf neueren Rechnern eine lohnensnwerte Alternative zu den Platzhirschen Gnome und KDE. Siehe dazu auch diesen Thread zu Xubuntu/XFCE auf ubuntuusers.de.

Da sowohl Gnome als auch XFCE auf der Grafikbibiotherk GTK+ aufsetzen, lassen sich Tools wechselweise austauschen (allerdings müssen dazu einige Gnome-Libraries geladen werden, was den Ballast erhöht). KDE basiert dagegen auf Qt. Qt erzeugt auch bei genauerem Hinsehen eine etwas Bonbon-artige Optik. Durch die Verwendung von Qt statt GTK+ sind viele KDE-Anwendungen nicht unter Gnome oder XFCE nutzbar bzw. benötigen zusätzliche Bibliotheken und sehen optisch im Detail anders aus. Einige User stören sich z.B. an der Darstellung von GTK-Anwendungen wie Firefox oder Thunderbird unter KDE. Ansonsten unterscheiden sich die 3 Ubuntu-Distributionen optisch aber kaum und kommen mit ähnlichen Icon-Sets und Effekten. Für viele Anwendungen gibt es aber inzwischen sowohl Qt- als auch GTK-Versionen, beispielsweise basiert der Mediaplayer Amrok für KDE auf Qt, Exaile hat einen etwa vergleichbaren Umfang auf Basis von GTK.

Wer es optisch stylisch und trotzdem effizient mag, für den sind noch Enlightment-basierte Distributionen interessant, also z.B. Ebuntu (=Enlightment+Ubuntu) - zwischenzeitlich in OpenGEU umbenannt -, oder Dreamlinux. Noch gibt es das besonders elegante Enlightment, das meist zusammen mit dem Dock Engage kommt, nur als Beta-Version, weshalb es bislang noch wenig Verbreitung gefunden hat. Wer ein Mac-artiges Dock möchte, kann Engage, Cairo Dock, AWN oder Kiba Dock zu jeder Distribution ohne großen Aufwand nachrüsten. Der bekannte Würfel von Compiz Fusion lässt sich ebenso zu jeder Distribution dazukonfigurieren.

Wer maximale Geschwindigkeit sucht (aber immer noch komfortabel und besonders funktionell arbeiten will) nutz am besten das schlichte Fluxbox auf einer Distribution seiner Wahl. Ebenfalls in Frage kommen hier IceWM oder Blackbox.

Einsteiger- oder Profi-Linux?

Einsteigerfreundliche Distributionen wie Suse oder Ubuntu unterstützen die Installation und Konfiguration durch zahlreiche kleine GUI-Tools, so dass auch Anfänger sofort mit ihrem System klarkommen. Wer mehr Linux-Know-How hat, verzichtet gerne auf derlei Schnickschnack und macht das sowieso effizienter von der Console - und bastelt seinen Lieblings-Desktop-Manager auf Gentoo, ArchLinux oder Sidux. Diese Distributionen verzichten auf GUI-Tools und bestechen stattdessen durch besseres Paket-Management für selbstkompilierte Sourcen oder continous Updates.

Performance

Wesentlicher Performance-Verantwortlicher ist der Composition Manager. Dies spielt umso mehr eine Rolle, je größer die Auflösung ist im Verhältnis zur Leistung der Grafikkarte. Wer Wert auf Geschwindigkeit legt, sollte demnach auf grafische Spielchen wie Compiz Fusion verzichten. Einige Distributionen wie Kubuntu oder Xubuntu (seit Hardy kann das auch Metacity in Ubuntu) bringen ihren eigenen Composition Manager mit, so das ein paar Effekte wie transparente Fenster und Schatten auch ohne das etwas träge Compiz Fusion möglich sind.

Stromspareigenschaften und Anwendungsperformance sind ansonsten bei allen Distributionen nahezu gleich. Das hängt nur vom Kernel (Scheduler) und den Treibern ab.

Ubuntu

Wird immer mehr als die Alternative zu Windows angesehen. In der Tat ist Ubuntu eine einsteigerfreundliche Distribution. Es gibt unterschiedliche "Ableger":

  • Ubuntu - als Desktopumgebung "GNOME"
  • Kubuntu - als Desktopumgebung "KDE"
  • Xubuntu - als Desktopumgebung "XFCE"

(K/X)Ubuntu unterscheiden sich lediglich durch die jeweiligen Desktop-Umgebungen. Diese lassen sich auch einfach nachträglich austauschen oder sogar parallel installieren, so dass man per Session Manager (GDM) einfach jederzeit umschalten kann.

Daneben gibt es einige weitere inoffizielle Ableger wie das beliebte Linux Mint (KDE) oder die recht selten anzutreffenden Varianten Ebuntu (Enlightment) oder Gobuntu (nur Open Source), die sich in weiteren kleineren Details unterscheiden, aber alle zu den Ubuntu-Repositories kompatibel sind.

Alle 6 Monate gibt es eine neue Version, diese werden nach Erscheinungsjahr und -monat benannt (z.B. 7.10 - 2007, Oktober) und bekommen zusätzlich einen Spitznamen (z.B. Gutsy Gibbon). Die meisten Anwender sprechen dann nur noch von "Gutsy".

Die aktuelle Version ist 8.04 "Hardy Heron".

Innerhalb kürzester Zeit setzte sich die noch recht junge Distribution deutlich an die Spitze der beliebtesten Linux-Distributionen bei DistroWatch und wird sowohl von Linux-Anfängern als auch von erfahrenen Linux-Administratoren eingesetzt. Ein Grund für den Erfolg ist sicher das Debian-Paketmanagement APT (Advanced Package Tool) mit der größten Verbreitung. Über die weiteren Gründe wird spekuliert: gelungenes Marketing, die Unterstützung durch Canonical oder die Ubuntu Philosophie - freie Software für freie Menschen. Wer sich jetzt jedenfalls für Ubuntu entscheidet, erhält eine ausgereifte, grundsolide und anfängertaugliche Distribution. Nicht zuletzt die besonders aktive Community sorgt dafür, dass man für Ubuntu gut Hilfestellungen erhält und zahlreiche Anleitungen zur Installation oder zum Umgang mit spezieller Hardware findet. Auch unter ThinkPad-Usern rangiert Ubuntu an vorderster Stelle der Popularität. Gerade Anfänger, die noch nicht genau Wissen, welche Distribution für sie die geeignete ist, machen mit einer Entscheidung für Ubuntu sicher keinen Fehler.

OpenSuSE

OpenSUSE ist eine Distribution mit sehr großer Community. Das Projekt wird von Novell gesponsort und es gibt auch eine kommerzielle Variante. Die Standard Oberfläche ist KDE, andere Desktopumgebungen lassen sich problemlos nachinstallieren. Der Einstieg ist ähnlich wie bei Ubuntu recht einfach und vor allem der KDE-Desktop ist vom "Look and Feel" dem von Windows recht ähnlich. Sehr angenehmen sind auch die "One Click"-Installationen die im Wiki der Community bereitstehen und dem Einsteiger viel lästige Arbeit abnehmen.

Slackware

Slackware ist eine der ältesten Linux-Distriubtionen überhaupt und die älteste noch existierende. Das zeigt sich auch an der Zusammenstellung der Distribution. Anders als andere verzichtet Slackware weitgehend auf selbsterstellte Tools, die die verschiedenen Programme in einen Zusammenhang setzen und z.B. eine zentrale Konfiguration ermöglichen. Auch fehlt dem Paketmanagment eine Funktion zum Erkennen und Auflösen von Abhängigkeiten.

Daher ist Slackware eher schlecht für den Einsteiger geeignet, sondern richtet sich mehr an den fortgeschrittenen Linuxuser, der der Wunsch hat, sein System persönlich an seine Vorstellungen anzupassen.


ZenWalk ist ein Ableger von Slackware, der versucht, die Funktionen nachzurüsten, die zu einer "modernen" Distribution fehlen, vor allem also ein Paketmanagement mit Abhängigkeitscheck und Tools zur zentralen Konfiguration des Systems.

Die ZenWalk-CD enthält ein komplett eingerichtetes XFCE-System, mit dem man sofort produktiv werden kann. Auf Wunsch kann man aber auch KDE oder Gnome nachinstallieren.

ZenWalk ist zwar weiterhin binärkompatibel zu den Paketen von Slackware, hat sich aber inzwischen soweit von seinem Ursprung weg entwickelt, daß man es eigentlich als eigenständige Distribution ansehen kann.

Gentoo

Gentoo ist eine Quellcode-basierende Distribution, d.h. (fast) alle Packete liegen ausschliesslich im Quellcode vor und müssen zur Installation selbst kompiliert werden. Ausnahmen gibt es nur bei grossen Packeten (z.B. OpenOffice) und Closed-Source-Packeten (z.B. Google-Earth, Opera).

Kompilieren bei den meisten Pakete ist das Kompilieren selbst dank des Packetmanagers 'Portage' nicht schwer (meist reicht ein 'emerge -auv <PACKETNAME> '), auch Abhängigkeiten und Installation übernimmt dann 'Portage'. Für Portage gibt es auch einen grafischen Aufsatz (ähnl. wie Synaptics fuer apt-get). Der grosse Nachteil des Selbstkompilierens ist natürlich der Zeitauswand. Der erhoffte Vorteil sind der Performancegewinn und der Sicherheitsaspekt (was nicht integriert ist, kann auch kein Sicherheitsrisiko darstellen). Ausserdem lässt sich Linux so sehr gut an persönliche Bedürfnisse anpassen.

Installation Die Standardinstallation mit Hilfe der rund 50MB Grossen Minimal-CD ist konsolenbasiert und wird Linuxanfänger abschrecken. Dies ist auch einer der Gründe, warum Gentoo häufig als Experten-Linux verschriehen ist. Mit Hilfe des ausfuehrlichen (deutschen) Online-Handbuches ist die Installation aber auch für Linuxanfänger (mit geringen Computerkenntnissen) zu bewerkstelligen. Grosser Nachteil ist auch hier der Zeitaufwand, da natürlich auch hier viel kompiliert werden muss. (Basissystem mit Systemtools, Treibern, graf. Oberfläche, Browser, Multimediaprogrammen, Tools, Entwicklungsumgebung und einigen Spielen hat auf einem TP43 ein Wochenende in Anspruch genommen) Als grösster Vorteil, nicht nur für Linuxanfänger, ist hier der Lernzuwachs nicht nur über Linux, sondern auch über Computer im allgemeinen, zu nennen. Man lernt hier zwangsläufig sehr viel und weiss sich später schneller zu helfen, als bei anderen sogenannten "Einsteigerdistributionen". Fuer die Installation mit der Minimal-CD wird eine Internetverbindung benoetigt, da die Sourcen und Stages Online bezogen werden. Alternativ gibt es jedoch auch ein CD-Image fuer die Offline intallation.

Besonderheiten Neben den Festlegungen der Compileroptionen auf den aktuellen Prozessor, werden bei der Installation eines Packetes über USE-Flags bestimmt, welche Abhängigkeiten und Funktionen einbezogen werden sollen. Weitere Vorteile sind die Aktualität der Packete und eine relativ grosse, kompetente Community (welche auch sehr Einsteigerfreundlich ist), sowie eine gute, umfangreiche Dokumentation (inkl. deutscher Übersetzungen), Unterstützung verschied. Profile und eine grosse Packetauswahl.

Updates & Aktualität Gentoo ist versionslos, sprich es gibt keine Versionen wie bei vielen anderen Distributionen und damit auch keine typischen Upgradeprobleme beim Umstieg von verschiedenen Versionen. Im Regelfall werden nur gewünschte Pakete upgedate,d so ist es möglich, parallel sehr alte Pakete neben den neuesten Betapaketen zubetreiben. Es gibt aber natürlich auch die Möglichkeit, sein System automatisch auf den aktuellsten Stand zu bringen, ohne sich um einzelne Pakete explizit kümmern zu müssen.

Thinkpad-Kompatibilitaet Dank der Struktur von Gentoo und des sehr grossen Packetangebotes werden Thinkpads sehr gut unterstützt: integriertes WLAN; integriertes LAN; Fingerprint-Reader; Active-Protection; integriertes BlueTooth; TPM-Chip; ATI- & Intel-Grafik; Soundkarte; auch die Tablet-Funktionen werden weitestgehend unterstützt.

Gentoo Gentoo lässt sich für die User empfehlen, welche:

  • mehr Zeit in ihr System/Linux investieren können/möchten
  • ein optimales System aufsetzen möchten
  • keine unnötigen Pakete installieren wollen
  • etwas tiefer in Linux eingreifen wollen
  • mehr über Ihr System/Linux lernen wollen

andere Distributionen

Qsicon inArbeit.png noch Baustelle - bitte ergänzen:

  • Fedora Core 7
  • Mandriva 2008
  • OpenSuSE 10.3
  • Debian 4.0
  • (Simply-)MEPIS 6.0
  • Linspire 6
  • Freespire 2
  • Xandros 4
  • PCLinuxOS 2007
  • Arch Linux 2007.08
  • Foresight Linux 1.4.1

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